Verhüllungen im Wiener Stephansdom

Sakina Teyna, Victoria Coeln und Toni Faber
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Der dritte Teil der Trilogie "Verhüllungen", der im traditionellen Frauenmonat der katholischen Kirche, also im Mai eröffnet wird, ist eine künstlerische Korrektur an den gesellschaftlich vorherrschenden Geschlechterverhältnissen.

Victoria Coeln verhüllt männliche Säulenheilige mit halbtransparenten Tüchern und gibt den weiblichen Skulpturen und Mariendarstellungen mit spezifischen, fokussierten Lichtinszenierungen eine erhöhte Visibilität. Darüber hinaus lässt die Künstlerin Philosophinnen, Pazifistinnen und Aktivistinnen aus jüngerer Zeit, die aus dem Nahen Osten beziehungsweise den Herkunftsländern der weiblichen Säulenheiligen stammen mithilfe von Textprojektionen zu Wort kommen.
Coeln will mit dieser Intervention einerseits auf die Tatsache verweisen, dass die Herrschaft der Männer und die Dominanz des Männlichen aus historischer Perspektive nie widerspruchsfrei hingenommen wurde. Andererseits invertiert sie das realpolitische Genderungleichgewicht und erinnert damit auch an eine Aktion von religionskritischen iranischen Paaren, die sich in den sozialen Medien im Sommer 2016 viral verbreitete: Auf den publizierten Fotografien tragen Männer den Hijab ihrer Frauen, die wiederum ohne Kopfbedeckung abgebildet sind.

Die Begrüßung hielt Dompfarrer Toni Faber, die musikalischen Beiträge stammten von Sakina Teyna, die A cappella von der Kanzel sang, dem Chor Cantemus Wien und Ernst Wally, Orgel.

Die Installation ist noch bis 12. Juni zu sehen; eine weitere Veranstaltung ist für den 1. Juni im Dom geplant

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