Leben für Tischtennis
Hollabrunnerin Margit Schieder ist 100 Jahre

- Zum 100. Geburtstag von Margit Schieder gratulierte MeinBezirk-Redakteurin Alexandra Goll.
- Foto: Gerhard Schieder
- hochgeladen von Alexandra Goll
Am 24. Mai 2025 feierte Margit Schieder aus Hollabrunn ihren 100. Geburtstag – mit wachem Geist, einem herzlichen Lächeln und ihrer großen Leidenschaft: dem Tischtennis. Eine Frau, die Sportgeschichte schrieb und das Leben liebt.
HOLLABRUNN. Margit Schieder wurde am 24. Mai 1925 geboren. Fast ihr ganzes Leben verbrachte sie in Hollabrunn und erinnert sich an Zeiten, in denen Hollabrunn noch ganz anders war: an den früheren Teich beim heutigen Tennisclub, an die Unterzeichnung des Staatsvertrags, an die Entwicklung der Stadt über Jahrzehnte hinweg.
Keine Zeit zu sterben
Ihr Gedächtnis ist erstaunlich – nicht nur für ihr Alter. „Ich möchte noch zumindest zwei oder drei Jahre leben, weil ich noch einiges für meine Chronik zu tun habe“, erzählt sie der MeinBezirk-Redakteurin Alexandra Goll beim Besuch zu ihrem Jubiläum.
Tischtennis ist seit fast 80 Jahren ihre Leidenschaft
Schon früh war der Sport - und im Speziellen das Tischtennis - ein zentraler Bestandteil ihres Lebens. Seit 1946 hält sie dieser Leidenschaft die Treue. Bereits 1948 und 1949 wurde sie als erste Frau Landesmeisterin in Niederösterreich und gründete damals die Sektion Tischtennis der Union Hollabrunn, die sie bis 1992 leitete.

- Silber bei der Tischtennis Europameisterschaft in Budapest im Bewerb 94 + betreut von ihrer Tochter Eva Graser.
- Foto: Graser
- hochgeladen von Alexandra Goll
„Ich erinnere mich noch, dass wir die Tische selbst aufbauen und zusammenschrauben mussten“, lacht sie. Selbst im hohen Alter lässt sie sich nicht bremsen: Nach 2016, 2018, 2019 wurde sie 2024, mit 99 Jahren, erneut zur Seniorensportlerin des Landes Niederösterreich gekürt. Jetzt zählt sie zur zweitältesten Tischtennisspielerin Europas.
Zweitälteste aktive Spielerin Europas
Bei den European Veterans Championships 2019 in Budapest wurde sie mit 94 Jahren sensationell Zweite. „Eigentlich wollte ich nur wieder mal mit einer Frau in meiner Altersgruppe spielen – aber die waren auch alle jünger als ich“, erzählt sie schmunzelnd.

- „Freude und Bewegung – das ist mein Rezept“ – Margit Schieder holte 2019 ihren größten Erfolg ein.
- Foto: Alexandra Goll
- hochgeladen von Alexandra Goll
Ihr Verein in Sierndorf ist stolz auf sie, und sie hat dem Obmann bereits versichert: „Ich komme wieder zum Spielen!“ Für sie ist Tischtennis mehr als ein Sport: „Der ganze Körper wird bewegt. Und wenn ich daran denke, wie oft ich mich bei einem Spiel bücken muss – aber weh tut mir nie etwas.“
Familie, Weinbau und ein Leben voller Freude
Neben dem Sport widmete sich Margit Schieder über 60 Jahre lang dem Weinbaubetrieb ihres 2001 verstorbenen Ehemannes. Sie hat zwei Kinder, fünf Enkelkinder und ein Urenkelkind. Beim Geburtstagsbesuch sprach sie offen über ihre Erinnerungen an den Krieg, ihre Familie und über das, was ihr im Leben immer wichtig war: Freude.

- Landespräsident Hannes Bauer, Senioren-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Margaretha Schieder, Landesobmann Herbert Nowohradsky, Lizz Görgl
- Foto: Molnar
- hochgeladen von Alexandra Goll
„Sie wollen sicher wissen, was mein Geheimrezept fürs Altwerden ist? Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil ich immer das gemacht habe, was mir Freude bereitet hat. Freude und positiv denken ist sehr wichtig.“ Eine Lebensphilosophie, die ansteckt.
Artikel über Margit Schieder
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.