Göllersbach Teil 5
Wasserqualität unseres Göllersbaches

Martin Artner erklärte bei einem Tag der offenen Tür die Funktion der Kläranlage Hollabrunn.
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Im fünften Teil unserer Göllersbach-Serie beleuchten wir die Qualität des Wassers.

HOLLABRUNN (ag). Die Wasserqualität unseres Trinkwassers rund um den Göllersbach ist ohne Aufbereitung mit Chemikalien verwendbar und wird aus den unterirdischen Ausläufern der Urdonau gewonnen. Der Göllersbach wurde in den 60er Jahren reguliert. Seit dieser Zeit hat er sich allerdings in die Natur ganz gut eingefügt, obwohl die umliegenden Wälder sehr unter der tieferen Erosionsbasis und somit unter weniger Grundwasser leiden.

Natürlicher Filter durch Sand und Schotter

"Das Gebiet des Hollabrunner Waldes verfügt hauptsächlich über Sand- und Schotterböden, was das Grundwasser sehr gut filtert, weil im Wald keine Chemie herrscht", erklärt der Geologe Arno Klien. Sonst wird der Göllersdorf auch von den Zuläufen in Gebieten mit Ackerbau gespeist, diese weisen ein hohes Maß an Herbizide und Pestizide auf. Auch vor rund 40 Jahren weist der Göllersbach laut dem Gütebild der Fließgewässer 1977 bereits einen hohen Verschmutzungsgrad auf. Damals lag es vor allem an den vorhandenen Mühlen und und an der Vielzahl an Einleitungen.

Starke Belastung

Die Gewässergütekarte aus dem Jahr 1977 wies für den Göllersbach eine starke Belastung auf, 1999 verlieh die Gewässergüte dem Göllerbach Güteklasse drei, was eine starke Verschmutzung bedeutet. 2006 sah sie besser aus und liegt bei Klasse zwei bis drei.

Kläranlagen immer moderner

Die Landesregierung Niederösterreich weiß über die Situation der Gewässer: Durch den systematischen Ausbau der Abwasserentsorgung von Gemeinden und Industrie hat sich der Zustand der Flüsse und Bäche in den letzten Jahrzehnten entscheidend verbessert. Nachdem in den 1970er- und 1980er-Jahren die meisten größeren Städte und Industrieanlagen mit modernen, biologischen Kläranlagen ausgestattet waren, verlagerte sich in den 1990er-Jahren der Schwerpunkt der Abwasserentsorgung auf ländliche Gebiete. Der Anschlussgrad an kommunale Kläranlagen beträgt inzwischen knapp 95 %.

Grund der schlechten Wassergüte

Beim Aufeinandertreffen mehrerer ungünstiger Faktoren kann es zu einer Beeinträchtigung der Gewässergüte kommen: Geringe Niederschläge, hohe Wassertemperaturen, fehlende Uferstrukturen, diffuse Stoffeinträge und örtliche Defizite bei der Abwasserbehandlung führen zu Belastungen.

Aufgaben der Hollabrunner Stadtwerke

Die Aufgaben der Stadtwerke Hollabrunn umfassen unter anderem die Wasserver- und entsorgung des gesamten Gebietes der Stadtgemeinde Hollabrunn. Das Abwasser der Stadt und der Katastralgemeinden wird in der Kläranlage ökologisch aufbereitet und in gereinigtem Zustand wieder in den Wasserkreislauf – dem Göllersbach – gebracht. Die Menge, die täglich in der Kläranlage aufbereitet wird, beträgt im Durchschnitt rund 5.000 Kubikmeter. Ebenso werden durch die Mitarbeiter der Kläranlage die etwa 173 Kilometer Kanalanlagen gewartet und instand gehalten. Hollabrunn hat als eine der wenigen Gemeinden in Niederösterreich noch eine eigene Wasserversorgung. Das Trinkwasser wird aus den unterirdischen Ausläufern der Urdonau über 6 Brunnenfelder direkt in das Wasserleitungssystem der Gemeinde, das rund 164 Kilometer Leitungslänge umfasst, gepumpt. 

Zur Sache:

Das Trinkwasser kommt aus den Brunnenfeldern in Magersdorf, Museum/Hofmühle, Mariathal, Steinfeld 1 und 2, Gaisberg 1/2
Wasserspeicher: Hochbehälter Magersdorf (Speichervolumen: 4.000 m³), Sonnberg (250 m³), Breitenwaida (300 m³), Puch (100 m³), Groß (150 m³), Tiefbehälter Museum (1.000m³)
Tagesverbrauch/Kopf: 130 l/Tag

Wasserqualität von der Kloake zum Trinkwasser

ARA Hollabrunn: 30.000 Einwohner Ausbauleistung
Wasserproben und Regelwerte Hollabrunn
Ph-Wert: 8,4 (optimal zwischen 4 und 9)
Ammonium: 0,020 mg/l (Grenzwert 0,45 mg/l)
Nitrat: 3,8 mg/l (optimal zwischen 2 und 7 mg/l)
Orthophosphat: 50,0 µg/l (optimal zwischen 20 und 200 Mikogramm/l)
Organische Belastung: 2,8 mg/l (optimal zwischen 1 und 6 mg/l)

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