11.10.2017, 10:34 Uhr

Hammond Bar: Erde, Asche und Öl mit Eis

Sigrig Schrot: Barchefin, erste Falstaff-Rookie-Siegerin und heute eine der weltbesten Barkeeperinnen. (Foto: Tom Weilguny)

In der Hammond Bar in der Leopoldstadt gibt es preisgekrönte Luxus-Cocktails mit Erde oder Asche - aber nicht nur.

LEOPOLDSTADT. Sigrid Schot ist Barkeeperin und Barbesitzerin. Ihre Kreationen, die sie in der Hammond Bar in der Großen Pfarrgasse in der Leopoldstadt zaubert, beinhalten schon mal Erde, Asche oder Öl. Die Cocktails mit Öl sind „wie Lipgloss mit Geschmack“, der Drink mit Erde ist „so schön knusprig“, die Asche von Lavendel oder Thymian ist "mit Zucker gemischt das perfekte Extra für den Glasrand“, schwärmt Sigi, wenn sie von ihren Versuchen erzählt. Und: „Ich will einfach nicht verstehen, warum ein Drink immer nur flüssig sein muss.“ Die Frau hinter der Bar ist witzig und selbstbewusst und außerdem eine der besten Barkeeperinnen der Welt. Ihre kreativen Cocktails wurden mehrfach ausgezeichnet.

"Die Barchefin, erste Falstaff-Rookie-Siegerin und heute eine der »World’s Most Imaginative Bartender« verwöhnt mit Drinks von überschäumender Kreativität", liest man auf der Falstaff Homepage über Sigrid Schot. In der Hammond Bar bekommt man also eine riesige Auswahl an Köstlichkeiten, nur nichts Gewöhnliches. „Wir sind lieb, gut und nett und liefern durch die Bank Drinks mit höchster Qualität.“ und „Jeder kann zu uns kommen, so lange er oder sie keine Jogginghose trägt“, erklärt die 29-jährige. Wer bleiben will, sollte sich jedoch an eine goldene Regel halten: „In meiner Bar haben Politik, Religion und Sport keinen Platz“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.


Die schlechteste Schülerin

"In der Mittelschule war ich so schlecht, dass ich wusste, ich muss ein Praktikum annehmen, das mir meine Tante in einem Hotel besorgt hatte. Ich hatte Fünfer, Vierer und nur einen Dreier – in Geschichte.“ Doch in der Praxis, im Hotel, hat sich Sigrid dann ganz gut angestellt und wurde schließlich weiterempfohlen. Dann zufällig hat sich die gebürtige Bayerin in die Hammond Bar im zweiten Bezirk verirrt, einen feucht-fröhlichen Abend dort verbracht und nach einem Job gefragt. Ein paar Wochen später war sie angestellt. Seit fünfeinhalb Jahren ist sie jetzt hier und seit Februar die Chefin und Besitzerin der Coktailbar, die seit etwa zwei Monaten wieder geöffnet hat. Sigrig hat umgebaut und alles neu gemacht. Zum Beispiel den Cocktail #31. Erde ist eine der Zutaten dieser Kreation. Die Erde kommt von der Uni Graz. Dort wird sie aufbereitet, sodass keine Mikroorganismen oder Tierchen mehr enthalten sind, dann wird sie gemixt. „Das ergibt eine Textur, die sich anfühlt, als wären kleine, zermahlene Steinchen im Cocktail, richtig knusprig", so Sigi.

Eine weitere Besonderheit sind die Cocktails mit dem Hashtag #wasteforthetaste. "Der Trend in der Gastro geht dahin, Müll zu vermeiden oder zu reduzieren", so die Chefin. Und darum wird in der Hammond Bar, nachdem aus Früchten und Kräutern Sirup oder Essenzen gewonnen wurden, nochmal Hand angelegt. Dann wird Asche, Marmelade oder eine geheime Tinktur aus den Resten der Früchte und Kräuter.
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