Eine Straßenbahn aus der Zukunft

Bim auf Knopfdruck: Die „Tram on Demand“ soll in Zukunft zwischen Mödling und Liesing verkehren. | Foto: Tram on demand
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  • Bim auf Knopfdruck: Die „Tram on Demand“ soll in Zukunft zwischen Mödling und Liesing verkehren.
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  • hochgeladen von Agnes Preusser

Sie soll die Lösung sein für die Verkehrsproblematik und die ewigen Staus an der Grenze von Mödling zu Liesing: eine Straßenbahn, die auf Knopfdruck gerufen werden kann. Der Verein „Tram on Demand“ rund um Christian Apl und Karin Mairitsch arbeitet derzeit mit der Unterstützung des Verkehrsexperten Harald Frey auf Hochtouren, um das Projekt im Großraum Mödling bis Liesing zu ermöglichen. Rückendeckung gibt es dabei vonseiten der Politik: Martin Schuster (VP), Bürgermeister von Perchtoldsdorf, kämpft etwa gegen die drohende Stilllegung der noch vorhandenen Schienen der Kaltenleutgebner Bahn, die für den Testbetrieb der „Tram on Demand“ essenziell wären.

Begeisterung am Stadtrand

Auch in Liesing zeigt man sich begeistert: „Wenn das alles technisch möglich ist, wäre das eine großartige Alternative zum Auto“, so Bezirksvorsteher Gerald Bischof (SP). Das findet auch Tarik Darwish von den Grünen: „Idee und Konzeption sind schlichtweg genial. Gerade die Wiederinbetriebnahme der Kaltenleutgebner Trasse könnte die Einzugsgebiete Rodaun und Liesing massiv entlasten.“
Noch ist das allerdings Zukunftsmusik. Die Entscheidung zur Förderung fällt bis Jänner 2015. Die Hoffnung darauf ist am Stadtrand groß. „Gewinner wären wir alle“, bringt es Ernst Paleta (VP Liesing) auf den Punkt.
Einzig Toni Mahdalik, Verkehrssprecher der FP Wien, übt leichte Kritik. "Jedes öffentliche Verkehrsangebot, das hilft, die Verkehrshölle in diesem Bereich zu entschärfen, ist natürlich willkommen. Die Finanzierung dieses Projektes ist angesichts des Rekordschuldenstandes der Stadt Wien jedoch genauso äußerst fraglich wie bei der in Vorwahlzeiten seit vielen Jahren immer wieder auftauchenden U 5.“

Die Fakten zum Projekt:

• Die „Tram on Demand“ soll per Knopfdruck oder per App rufbar sein
• Die Kabinen sollen klein sein, ein geringes Gewicht haben und wenig Energie verbrauchen
• Die Bim braucht keinen
Fahrer
• Auf der 5,7 Kilometer langen, zurzeit ungenutzten Kaltenleutgebner Bahn ist ein Probebetrieb geplant
• Die genauen Kosten können noch nicht abgeschätzt werden. Die „Tram on Demand“ soll aber billiger als eine reguläre Straßenbahn sein

Projekt-Präsentation am 10. Oktober 2014

Im Perchtoldsdorfer Kulturzentrum (Beatrixgasse 5a) wird das Projekt „Tram on Demand – Eine innovative Straßenbahn für die Region Mödling“ am 10.10. ab 19 Uhr vorgestellt und diskutiert.
Karin Mairitsch und Christian Apl von „Tram on Demand“ stehen dabei ebenso wie Harald Frey (Verkehrsexperte der TU Wien) und andere Experten für Gespräche bereit.

Kurzinterview

mit Verkehrsxperte Harald Fry (TU Wien)
Ist das „Tram on Demand“-Projekt reine Utopie oder tatsächlich machbar? „Es besteht immer die Hoffnung auf Realisierung bei Ideen, die in die Zukunft reichen. Technisch ist es machbar, es müssten aber die Rahmenbedingungen wie etwa die Finanzierung geschaffen werden.“
Wie kann so ein Projekt finanziert werden?
„Durch die öffentliche Hand, Forschungsgelder und private Unternehmer, die die Entwicklungs-
kosten übernehmen.“
Im besten Fall: Bis wann ist eine Realisierung möglich?
„Für den Großraum Mödling bis Liesing zwischen 2020 und 2025. Auf der schon vorhandenen Kaltenleutgebner Strecke schon in drei bis vier Jahren.“

Bim auf Knopfdruck: Die „Tram on Demand“ soll in Zukunft zwischen Mödling und Liesing verkehren. | Foto: Tram on demand
Christian Apl von „Tram on Demand“ mit Unterstützer Tarik Darwish von den Grünen Liesing.
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