Wiener Tierschutzverein:
Trächtige Katze gerettet

„Emma“ wurde streunend in Garten entdeckt, anscheinend bereits einmal Opfer von Tierhassern und darf nun im WTV ihre Welpen gebären.

LIESING. Eine junge, werdende Katzenmama wird derzeit im Wiener Tierschutzverein (WTV) liebevoll umsorgt. Das rund zweijährige, hochträchtige Tier wurde von einer Dame entdeckt. Sie hatte die Katze in letzter Zeit öfter in ihrem Garten gesichtet. Aufgrund ihres Zustands - sie wirkte etwas verwahrlost - entschloss sich die Frau schließlich, das Tier einzufangen und brachte es in den WTV nach Vösendorf.

Dort fiel den WTV-Tierärzten sofort der dicke Bauch des doch sehr schlanken Tieres auf. Ultraschall und Röntgen bestätigten schließlich den zuvor schon gehegten Verdacht: „Emma“ wie die Katzendame nun heißt, wird bald Mama. Sie dürfte geschätzt zwischen dem 38. und 40. Tag ihrer Schwangerschaft liegen. Katzen sind in der Regel etwa 60 Tage trächtig. Wie viele Babys es aber genau sind, lässt sich leider nicht sagen.

Ob "Emma" eine Streunerin ist oder jemandem gehört, kann ebenfalls nicht eruiert werden. Ein Chip wurde bei dem Tier jedenfalls nicht gefunden.

"Mamazimmer" eingerichtet

 Emma macht einen gesunden Eindruck und darf nun stressfrei der Geburt ihrer Babys entgegensehen. Daher bekommt die junge Katze aktuell ganz besondere Aufmerksamkeit und Pflege. Denn werdende Mütter brauchen vor allem eines: Ruhe. Die TierpflegerInnen des WTV-Katzenhauses haben für „Emma“ daher ein eigenes „Mamazimmer“ eingerichtet, wo sich die Katze möglichst ungestört auf die Geburt vorbereiten kann. So wurden die Scheiben des Zimmers abgedunkelt, damit das Tier durch das Personal und die BesucherInnen des WTV nicht unter Stress gerät. Unterschiedliche Boxen, Körbchen, Decken und dergleichen mehr dienen ihr als Rückzugsorte.

Schweres Leben

Wie sich ebenfalls herausstellte, dürfte die Katze in ihrem jungen Leben schon das Opfer von TierquälerInnen geworden sein. So wurde beim Röntgen im Nabelbereich des Tieres ein Projektil eines Luftdruckgewehrs entdeckt. Zum Glück sitzt die Kugel nicht tief, beeinträchtigt keines der Jungen und dürfte auch „Emma“ nicht stören. Daher wird - nicht zuletzt zum Schutz von Mutter und Kindern - von einer operativen Entfernung vorerst abgesehen. Eine Narkose wäre für die ungeborenen Katzenwelpen sehr gefährlich. Sollte sich das Projektil weiterhin unauffällig verhalten, wird die Situation nach der Trächtigkeit und der Aufzucht der Jungen neu bewertet. Aktuell geht es in erster Linie um eine reibungslose Geburt und das Wohl der Tiere.

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