25.10.2016, 12:25 Uhr

Castelligasse: Neue Laptops für Schüler

Die Spender der Laptops freuen sich, dass sie in der Castelligasse eine gute Verwendung finden.

In der Castelligasse lernen Flüchtlingskinder mit gespendeten Laptops. Auch sonst ist die Hilfsbereitschaft groß.

MARGARETEN. Die Ankunft vieler Flüchtlingskinder stellt Wiener Schulen vor große Herausforderungen. In der Neuen Mittelschule Castelligasse 9 ist man fest entschlossen, diese zu meistern. Dazu braucht es viel Kreativität. Und manchmal hilft der Zufall nach.

So ging es auch Hermine Wabl. Sie ist Klassenvorstand der Klasse 4d: "Dort kommen 24 Kinder zusammen, die neun verschiedene Sprachen sprechen und zehn verschiedene Heimatstaaten haben", sagt Wabl.

Spender gesucht …

"Es war eine schwierige Situation", so Wabl. "Die Kinder mussten sich kennenlernen und gleichzeitig Deutsch und Englisch lernen. Wir mussten viel Beziehungsarbeit leisten. Zwar haben sich die Kinder super unterstützt, aber wir brauchten trotzdem zusätzliche Maßnahmen."

Der Blick fiel auf die beiden Computerräume der Schule: "Da haben wir gedacht, es wäre toll, wenn es zusätzlich noch Laptops für die Klasse geben würde. Aber woher besorgen?"

… und gefunden

Da hatte Hermine Wabl eine zündende Idee. "Wir hatten unser 30-jähriges Matura-Treffen. Ich habe eine Rundmail an meine ehemaligen Mitschüler geschrieben und gefragt, wer Laptops hat. Mit einer Reaktion habe ich nicht gerechnet, doch sie war überwältigend." Als Erstes meldete sich eine ehemalige Mitschülerin, die heute bei dem Pharmaunternehmen Boehringer-Ingelheim arbeitet. "Ich habe mit zwei oder drei Geräten gerechnet, es sind aber 15 gekommen", freut sich die Lehrerin.

In den Sommerferien bespielte Informatiklehrer Andreas Heerdegen die Laptops mit Lernprogrammen, "in seiner Freizeit", wie Schuldirektorin Andrea Hallal-Wögerer betont. Sie ist voller Lob für die Einsatzbereitschaft ihres Personals und die Spendenbereitschaft der Eltern: "Alle ziehen an einem Strang. Auch als wir Kindertickets brauchten, damit die Kinder mit den Öffis fahren können, haben die Eltern geholfen."

Inzwischen ist die Zahl der Laptops in der Flüchtlingsklasse auf 28 angewachsen. "Rund drei Wochen nach meinem Aufruf kam noch ein Anruf. Diesmal von Dietmar Schönfuß von der Wirtschaftskammer. Er ist in der IT-Szene gut vernetzt und hat mir 13 weitere Laptops über zwei IT-Firmen vermittelt."

Buffet für die Spender

Um ihre Dankbarkeit über so viel Engagement zum Ausdruck zu bringen, organisierte die Schule am 9. August ein Sommerfest. "Da haben die Kinder ein internationales Buffet für die Spender organisiert", so die Direktorin. "Die Kinder haben so viel mitgebracht, dass sogar etwas übrig geblieben ist. Das haben die Kinder dann an die Obdachloseneinrichtung in der Gruft und an die Straßenzeitung Augustin gespendet." So wurden die Kinder von Spendenempfängern selber zu Spendern.

"Wir wollen den Kindern die bestmöglichen Startbedingungen schaffen", so Hallal-Wögerer. "Es ist toll zu sehen, wie sie sich auch Dank der Laptops entwickeln. Der beste Mathematiker der Klasse ist Syrer, der zweitbeste Chinese und die drittbeste Syrerin." Und doch gibt es noch viel zu tun. "Unsere größte Baustelle ist Englisch. Hier brauchen wir Lernprogramme. Die kosten aber 230 Euro pro Lizenz. Da müssen wir schauen, ob sich das ausgeht. Zu wünschen wäre es."
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