Tierbeobachtungen
Als die Tiere den Wald verließen

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Im Speckgürtel werden immer mehr Flächen verbaut. Was passiert mit der Wildtierpopulation?
Dem Thema widmete sich auch die Kinderserie "Als die Tiere dem Wald verließen". Erinnern Sie sich?

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REGION. Nachdem Spaziergänger von vermehrten Wildtier-Sichtungen - Igel, Marder, Rehe, usw. - berichtet haben, haben wir nachgefragt, was dahinter steckt. Der Wissenschafter Dr. Robert Krickl kann bestätigen, dass die Zahl der Beobachtungen mancher Arten im Zuge zunehmender Bebauung im "Speckgürtel" zunimmt. Dies hat mehrere Gründe.

Leichtere Beobachtung

"Einen Marder, der von einem Wald über die Straße in einen anderen Wald läuft, werde ich bevorzugt auf der freien Sichtstrecke der Straße sehen und nicht im Dickicht. In den Golfrasengärten, Straßen, Plätzen, usw. gibt es nur wenig Sichtschutz. Das macht es leichter, die Tiere zu sehen. Im Gegensatz zum Wald, wo wir in kurzer Distanz an ihnen vorbeigehen können, ohne ihnen gewahr zu werden", so Dr. Krickl.

Technik und Interesse

Durch die verfügbare Technik - Smartphones, digitale Fotoapparate und sogar Wildtierkameras - werden mehr Aufnahmen generiert. So steigt die Zahl der Sichtungen enorm. Die Freude an Tiersichtungen und das Bewusstsein, dass solche möglich sind, erhöhen natürlich die Aufmerksamkeit, erklärt Dr. Krickl. "Volksbildungsmaßnahmen" - wie die Perchtoldsdorfer Forschertage - tragen natürlich dazu bei, dass sich die Menschen mehr für das Thema interessieren. Bei den Forschertagen zum Thema "Wildtiere vor der Haustüre" haben Kameras viele Aufnahmen von Steinmardern bei den Schulen gemacht. Die Kinder haben sich sehr gefreut und sind jetzt sensibilisiert.

Tatsächliche Häufungen

Andererseits kann die Häufigkeit der Beobachtungen auch steigen, weil sich tatsächlich mehr Tiere im Siedlungsbereich aufhalten. Etwa weil die steigende Zahl an Nachkommen gezwungen ist, auf weniger attraktive Reviere auszuweichen. Beispiele dafür sind bei uns etwa Wildschweine, die immer mehr in den urbanen Bereich vordringen.

Angepasste Kulturfolger

Manche Tiere haben durch die Nähe zum Menschen eine eigene Nische für sich entdeckt. Die Amsel war noch im 19. Jahrhundert ein relativ seltener Vogel in den tiefen Wäldern. Nach Anpassung an das Leben in Parks und Gärten ist sie heute ein alltäglicher Anblick im zunehmend größeren Siedlungsraum. Auch Ratten und Mäuse haben sich aufgrund neuer Nahrungsquellen in Siedlungsräumen ausgebreitet.
Füchse widerum profitierten von einer hohen Zahl an Mäusen und lernten in weiterer Folge auch, sich durch Abfall zu ernähren - in einem Raum, wo natürliche Feinde fehlen. Auch Eichkätzchen freuen sich wegen der vielen Menschen, die sie zunehmend im Siedlungsbereich füttern. Wird es heißer und trockener, sind einige Tiere gezwungen, auf der Suche nach z.B. Wasser zunehmend auch dorthin zu gehen, wo sie ansonst lieber nicht wären: in Städte. Turmfalke, Schwalben oder Mauersegler nutzen auch Gebäude als Ersatz-Lebensraum für ihren Nestbau, auch weil ihre natürlichen Lebensräume immer seltener werden.

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