Parken in Mödling
Das ändert sich 2026 – Blaue Zone wird erweitert und vereinheitlicht

Die Stadträte Tim Pöchhacker (Grüne) und Stephan Schimanowa (SPÖ). | Foto: Hirss
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2026 wird die blaue Zone erweitert und vereinheitlicht, anschließend soll weiter evaluiert werden.

BEZIRK MÖDLING. Im Herbst sorgten die Pläne der rot-grünen Mödlinger Stadtregierung für eine einheitliche Parkraumbewirtschaftung im gesamten Stadtgebiet für viel Aufregung und auch Proteste. Nach Bürgergesprächen in den Stadtteilen, bei denen über 500 Rückmeldungen eingegangen waren, wurden nun die neuen Pläne präsentiert.

Blaue Zone erweitert und vereinheitlicht

In einem ersten Schritt wird die blaue Zone einerseits erweitert (etwa beim Hyrtlplatz oder nahe des Bahnhofs) andererseits "soll der aktuellen Fleckerlteppich vereinheitlicht werden", so Mobilitätsstadtrat Tim Pöchhacker (Grüne): Die Kurzparkzone gilt werktags von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr und am Samstag von 8 bis 12 Uhr. Die maximale Parkdauer beträgt drei Stunden, die Gebühr liegt bei einem Euro pro halbe Stunde. Zwischen 12 und 14 Uhr ist eine gebührenfreie Mittagspause vorgesehen. Das Konzept habe auch die Zustimmung der Mödlinger Wirtschaftstreibenden gefunden, betont Pöchhacker: "Ziel der neuen blauen Zone ist, dass die Kunden der Mödlinger Geschäfte und Lokale freie Parkplätze vorfinden".

Die erweiterte Kurzparkzone in Mödling. | Foto: Screenshot/Stadtgemeinde Mödling
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Für Anrainer besteht die Möglichkeit, eine Ausnahmebewilligung zu beantragen, sofern kein privater Stellplatz zur Verfügung steht. Pro Haushalt ist eine Ausnahmebewilligung für ein Fahrzeug vorgesehen. Diese berechtigt zum zeitlich unbeschränkten Parken in der Kurzparkzone, gilt jedoch nicht für dauerhaftes Parken entlang von Geschäftsstraßen oder in Kurzparkzonen außerhalb des Zentrums. Die Kosten betragen 147,90 Euro für ein Jahr bzw. 237,90 Euro für zwei Jahre und setzen sich aus der eigentlichen Gebühr sowie gesetzlich vorgeschriebenen Abgaben zusammen. Der Beschluss im Gemeinderat ist für Ende März 2026 vorgesehen, das Inkrafttreten für das zweite oder dritte Quartal 2026.

Grüne Zone: Alles ist offen

Hat sich die neue blaue Zone einmal "eingespielt", soll weiter evaluiert werden: Wie ist die Auslastung der Kurzparkzone, wo muss nachgebessert werden, wie wirkt sie sich auf die umliegenden Stadtteile aus, wo ist der Parkraumdruck besonders hoch. "Wir haben gesehen, dass das Thema enorm emotionalisiert ist. Ein Einwand war auch, dass der Prozess zu hastig und zu wenig evidenzbasiert ist, eben deswegen wollen wir nun genaue Daten erheben", so SPÖ-Klubobmann Stephan Schimanowa. Die bisherigen Gespräche in den Stadtteilen und die Befragungen hätten sehr wohl ergeben, dass in einigen Gebieten Probleme gibt, aber auch "dass die Meinungen auseinandergehen. So haben wir teilweise aus ein und derselben Straße Feedback von Gegnern und Befürwortern einer grünen Zone bekommen", so Pöchhacker, und Schimanowa ergänzt: „Bei den Informationsveranstaltungen im Dezember kam es mitunter auch zum Streit unter Nachbarn, ob es denn bei der HTL ein Parkplatzproblem gibt."

Aufgrund des Zeitraums der Einführung der neuen Zone und der darauffolgenden Evaluierung ist jedenfalls realistischerweise vor 2027 mit keiner grünen Zone oder anderen Lösungen, wie dem Anrainerparken zu rechnen. Letzteres „wünschen sich tatsächlich viele Mödlinger, wie wir aus der Bürgerbefragung mitbekommen haben“ so Pöchhacker: „Dazu gibt es allerdings ein enges gesetzliches Korsett im Hinblick auf Auslastung etc., wozu wir ebenfalls genaue Daten brauchen werden.“

Erhebung der Parksituation im Herbst 2025

Parallel zur Bürgerbeteiligung wurde im vergangenen Herbst das Parkraumangebot und die Auslastung in den bestehenden Kurzparkzonen detailliert erhoben. Die Auswertung zeigt, dass insbesondere im Bereich rund um den Freiheitsplatz, die Klostergasse, den Josef-Deutsch-Platz sowie in der Park- und Pfarrgasse dauerhaft eine hohe bis sehr hohe Auslastung besteht. In diesen Bereichen sind kaum Reserven vorhanden, vor allem zu Spitzenzeiten. Auch im angrenzenden, nicht bewirtschafteten Umfeld stehen nur begrenzt freie Stellplätze zur Verfügung, was zusätzlichen Parksuchverkehr erzeugt. Demgegenüber ist die Auslastung östlich der Bahn deutlich geringer. Insgesamt liegt die durchschnittliche Auslastung der Kurzparkzonen bei rund 78 Prozent, wobei in einzelnen Bereichen regelmäßig Werte erreicht werden, ab denen der Verkehr durch Parkplatzsuchende deutlich zunimmt.

Stimmen der Opposition

Gegen eine einheitliche Parkraumbewirtschaftung in ganz Mödling hatten auch die Oppositionsparteien um FPÖ und ÖVP mobil gemacht, und auch aus den umliegenden Gemeinden kam Kritik. ÖVP-Bezirksobfrau Marlene Zeidler-Beck begrüßt nun, "dass die rot-grüne Stadtregierung nun doch vorab eine Erhebung durchführen möchte, bevor sie eine flächendeckende grüne Zone, ohne jegliche Evidenz, verordnet. Auch die geplante Vereinheitlichung der Kurzparkzone muss jedenfalls evaluiert und genau beobachtet werden und darf nicht zu Lasten von Mödling als Einkaufsstadt und Wirtschaftsstandort gehen. Auch als Nachbargemeinden werden wir sehr genau betrachten, welche weiteren Schritte Rot-Grün in Mödling setzt und fordern die Bürgermeisterin einmal mehr dazu auf, im Dialog mit allen Stakeholdern und den Nachbargemeinden zu bleiben."

Die Mödlinger Volkspartei begrüßt ebenfalls, dass keine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung kommt, kritisiert aber die geplante Ausweitung der blauen Zone: "Die Grün/Rote Stadtregierung versucht ideologiegetriebene Leuchtturmprojekte wie das Parkpickerl ohne fundierte Datengrundlage und gegen den Willen der Bürger und Unternehmer Mödlings zu beschließen. Es ist zu befürchten, dass jetzt einmal rund um die Hauptstraße und Fußgängerzone begonnen und dann stückchenweise ausgeweitet wird", so Ex-Bürgermeister und Stadtrat Michael Danzinger.

Harald Thau (FPÖ): "Einsatz hat sich bezahlt gemacht". | Foto: FPÖ
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Für Mödlings FPÖ-Obmann Harald Thau hat die im Herbst initiierte Online-Petition das geplante Parkraumkonzept zu Fall gebracht: „Unser großer Einsatz und unsere Mühe für die Mödlinger Bevölkerung haben sich bezahlt gemacht“, so Thau, der auch die kommende neue blaue Zone "mit Argusaugen betrachten und beurteilen" möchte.

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