Treibjagd
Jäger und Treiber in Mödling unterwegs

BEZIRK MÖDLING. Mitte Oktober hat wieder die Saison der Treibjagden begonnen, diese dauert traditionell bis zum Jahresende. Dabei werden nicht nur Jäger eingesetzt, sondern eben auch Treiber, die die Aufgabe haben, das Wild den Jägern zuzutreiben.
Je nach Wild- und Wildschadenssituation werden im Bezirk Mödling jährlich zwischen 15 und 20 Treibjagden durchgeführt. Die Anzahl der teilnehmenden Jäger schwankt je Jagd zwischen 10 und 20. Jährlich werden auf diese Art etwa 250 Fasane und 400 Hasen erlegt (erlegte Wildschweine und Rotwild werden nicht separat nach Jagdarten erfasst).

Jagdgegner
Während die Treibjagd nach Auffassung der Jägerschaft eine besonders schonende Jagdmethode ist, laufen Tierschützer seit Jahren dagegen Sturm. So sieht etwa Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins in Vösendorf, in der Treibjagd ein "anachronistisches Spektakel", mit dem "Angst und Schrecken" verbreitet wird, und das nicht nur bei den Tieren: "Bei mir mehren sich Meldungen, meist von Frauen, die zu Zeiten von Jagden kaum noch aus dem Haus gehen. Lärmende Horden ziehen durch die Wälder und ballern alles nieder, was sich bewegt, zertrampeln den Boden und Bodenbewohner", so Petrovic. Auch sei man im Tierschutzverein des Öfteren mit 'Jagdopfern' betraut: "Die schwer verletzten, blutenden und mit Schrot durchsiebten Opfer des höllischen Treibens (gelegentlich auch Hunde und Katzen) landen dann in Tierschutzvereinen. Wer einmal selbst derartige Opfer ohne Augen, Beine oder Schnauze gesehen hat, kann diese anachronistische Tradition nur ablehnen."

Nutzen
Mödlings Bezirksjägermeister Johannes Unterhalser sieht dies naturgemäß anders: "Die Treibjagd ist für das Wild eine schonende Jagdmethode, auch wenn sich das aufgrund der Anzahl der Teilnehmer bzw. der erlegten Wildtiere auf den ersten Blick möglicherweise nicht erschließt. Eine Treibjagd findet nur alle ein bis zwei Jahre in einem klar abgesteckten Gebiet statt. Im Gegensatz dazu treten von Spaziergehern frei laufen gelassene, hetzende Hunde in manchen Gebieten unkontrolliert zu jeder Tages- und Nachtzeit auf. Auch von manch anderem Naturnutzer wird keine Rücksicht auf die Wildtiere und ihre Lebensansprüche genommen." So ergibt sich für Unterhalser aus der Treibjagd auch ein Nutzen für Natur und Umwelt: "Bei manchen Wildarten kann nur durch Treibjagden ein Gleichgewicht zwischen der Wilddichte und dem Wildlebensraum hergestellt werden und die Wildtiere werden dadurch nur kurz beunruhigt."

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