Mobilität im Bezirk Mödling
Wo die Gefahren für Alltagsradler lauern
- Mit der Kidical Mass machte die Mödlinger Radlobby erst vor kurzem auf die Notwendigkeit einer sicheren Radinfrastruktur aufmerksam.
- Foto: Radlobby Mödling
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Der Frühling ist Radel-Zeit, doch vor allem wenn es um Alltagswege geht, ist dies nicht überall gefahrlos möglich.
BEZIRK MÖDLING. Im Frühjahr forderte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wieder dazu auf, Problem- und Gefahrenstellen für Radfahrer im Straßenverkehr zu melden. Dabei wurden für den Bezirk Mödling 184 Punkte gemeldet, 32 davon betreffen allein die Stadtgemeinde Mödling (die vollständige Liste inkl. Karte finden Sie unter www.vcoe.at ). Handelt es sich dabei teilweise auch nur um "Kleinigkeiten", sind einige der Problemstellen auch der Mödlinger Radlobby bestens bekannt.
Umdenken in Sachen Radverkehr
Ein Dauerbrenner bleibt laut Wolfgang Pruschinski von der Radlobby die Mödlinger Hauptstraße. "Die Radspur ist extrem schmal. Immer wieder stehen Autos darauf, und durch die Nähe zu parkenden Fahrzeugen ist die Dooring-Gefahr permanent präsent", so Pruschinski. "Radfahrer müssen oft abrupt ausweichen, was die Strecke besonders unangenehm und gefährlich macht."
- Wolfgang Pruschinski, Sprecher der Radlobby Mödling.
- Foto: Stockmann/Archiv
- hochgeladen von Gabriela Stockmann
Ein weiterer kritischer Punkt sei die Weißes-Kreuz-Gasse, wo es nur stadteinwärts einen Radweg gibt, während die Radfahrer stadtauswärts auf der Straße fahren müssen. Ganz generell plädiert die Radlobby für ein Umdenken in Sachen Radverkehr: Gemeindestraßen sollten möglichst flächendeckend als Tempo-30-Zonen, Fahrradstraßen oder Begegnungszonen geführt werden. „Schleichwege durch Wohngebiete müssen verhindert werden – etwa durch Einbahnlösungen oder bauliche Barrieren“, so Pruschinski. Mehrzweckstreifen auf Landesstraßen, wie etwa in der Hauptstraße, hält er für kontraproduktiv, wenn sie zu schmal und direkt neben Parkplätzen geführt werden.
Stadt arbeitet an Lösungen
Mit den dem VCÖ gemeldeten Problemstellen beschäftigt sich auch die Stadtgemeinde, wie Mobilitätsstadtrat Tim Pöchhacker (Grüne) betont: "Wir haben bereits begonnen, alle eingemeldeten Problemstellen zu prüfen. Schon in den nächsten Wochen besprechen wir erste Lösungsvorschläge mit dem Amtssachverständigen des Landes NÖ." Auch die explizit von der Radlobby genannten Punkte seien bekannt: "Die Hauptstraße ist zweifellos eine große Herausforderung für den Radverkehr. Mit dem 4-gleisigen-Südbahnausbau wollen wir die Hauptstraße verkehrsberuhigen und fahrradfreundlicher gestalten. Wir prüfen aber auch kurzfristigere Verbesserungen, um die Situation schon vorher zu entschärfen", so Pöchhacker, der auch die Situation in der Weißes-Kreuz-Gasse als "für Radfahrer, aber auch Fußgänger, Bewohner und den Autoverkehr nicht zufriedenstellend" bewertet. Aktuell arbeitet man an kurzfistigen Verbesserungen, die allen Verkehrsteilnehmern mehr Platz geben, und Pöchhacker betont: "Ein größerer Umbau ist mittelfristig geplant, hängt aber ebenfalls mit dem viergleisigen Ausbau zusammen.
- Mödlings Mobilitätsstadtrat Tim Pöchhacker (Grüne).
- Foto: Gerlinde Gorla
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Doch es gibt noch weitere Stellen, an denen die Stadt kurzfristig Verbesserungen für Radfahrer vornehmen möchte: "Eine Situation, der ich mich in den nächsten Monaten annehmen möchte, ist die Wiener Straße, wo aus unserer Sicht mit einfachen Mitteln Verbesserungen für den Radverkehr möglich sind. Wir arbeiten gerade zum Beispiel an Verbesserungen in der Demelgasse, die schon im Herbst mit einem deutlich verbreiterten Geh- und Radweg, einer verbesserten Situation im Kreuzungsbereich mit der Bachgasse durch eine Begegnungszone sowie zusätzlich Radfahren gegen die Einbahn fertiggestellt wird. Am Radweg in der Gschmeidler-Promenade sorgen wir für mehr Sicherheit an den Kreuzungen. In der Guntramsdorfer Straße planen wir derzeit einen neuen kombinierten Geh- und Radweg. Am neuen Radweg an der Brühlerstraße erfolgt der Lückenschluss im Bereich der Brücke noch heuer", so Pöchhacker.
Keine Unfallhäufungsstellen
Ein besonderes Augenmerk auf den Radverkehr wird auch seitens des Bezirkspolizeikommandos gelegt, sind doch Radfahrer wie auch Fußgänger "kaum geschützt und stark von der Rücksicht anderer abhängig", wie Kontrollinspektor Norbert Vogel betont. Immerhin: Zwar komme es leider im gesamten Bezirksbereich immer wieder zu - auch schweren bis tödlichen - Radunfällen, Straßenstellen mit besonderer Häufung habe es in den letzten fünf Jahren aber keine gegeben. So würden regelmäßig Unfallhäufungsstellen durch BH, Landesregierung, Straßenmeisterei, die Polizei, Gemeinden und das Kuratorium für Verkehrssicherheit evaluiert, jedoch: "In den letzten 5 Jahren wurden im Zuge dieser Überprüfung keine besonderen Gefahrenstellen für Radfahrer im Bezirk Mödling erkannt", so Vogel. Um die Radsicherheit generell zu erhöhen, wäre es schon ein wichtiger Schritt, würden sich alle an die geltenden Regeln halten: "Die Einhaltung von verkehrspolizeilichen Vorschriften aller Verkehrsteilnehmer wäre ausreichend, um Verkehrsunfälle mit Personenschaden zu vermeiden. Weiters ist die Verwendung von geeigneter Schutzausrüstung für Radfahrer (Helm, Warnweste usw.) ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit."
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