Bezirk Mödling
Andreas Ernhofer unterbietet Weltrekord bei den Sport Austria Finals
- Der Vösendorfer Para-Schwimmer Andreas Ernhofer.
- Foto: Lena Ernhofer
- hochgeladen von Rainer Hirss
Nach mehreren Staatsmeistertiteln setzt der Vösendorfer Para-Schwimmer über 100 Meter noch eines drauf und schwimmt Weltrekord.
BEZIRK MÖDLING/WIEN. Dem österreichischen Para-Schwimmsport wurde am vergangenen Wochenende ein historisches Denkmal gesetzt. Bei den Sport Austria Finals in Wien-Floridsdorf schwamm der Niederösterreicher Andreas Ernhofer über 100 Meter Rücken zu einer neuen (inoffiziellen) Weltrekordzeit von 1:43,91 Minuten. Damit verbesserte er seine eigene bisherige Bestmarke um knapp vier Zehntelsekunden und den aktuellen Weltrekord um knapp 5 Sekunden. Für den zweifachen Paralympics-Teilnehmer, der am Vortag bereits mehrere Staatsmeistertitel feierte, schließt sich mit diesem Meilenstein ein emotionaler Kreis.
Der Sonntag im Hallenbad Floridsdorf wird in die Geschichte der Sport Austria Finals eingehen, da dort der erste Weltrekord des Events gebrochen wurde. Angetrieben von der lautstarken Kulisse auf den voll besetzten Tribünen – darunter seine Familie, Freunde und Ehefrau Lena – lieferte der Ausnahmeathlet ein immer schneller werdendes Rennen ab. Nach dem ersten Staatsmeistertitel vom Samstag krönte der Heeresleistungssportler damit ein ohnehin schon überragendes Wochenende und bewies einmal mehr seine Zugehörigkeit zur absoluten Weltspitze.
Kampfgeist bewiesen
Dieser Triumph ist weit mehr als eine sportliche Höchstleistung: Er ist das Symbol eines beispiellosen Kampfgeistes. Nach einem schweren Badeunfall im Jahr 2014 stand Ernhofer vor der Diagnose, sich vom Hals abwärts nie wieder bewegen zu können. Zwölf Jahre später steht er als Weltrekordhalter am Becken. Dass dieser historische Moment ausgerechnet in Floridsdorf stattfand, verleiht der Leistung eine ganz besondere Tiefe: Genau in diesem Becken bestritt der Vösendorfer einst seinen allerersten Schwimmwettkampf.
- Ernhofer im Einsatz bei den Sport Austria Finals.
- Foto: Lena Ernhofer
- hochgeladen von Rainer Hirss
Neben dem weltweiten Meilenstein feierte Ernhofer auch auf nationaler Ebene ein unvergessliches Fest des Sports. Mit spürbarer Begeisterung schwamm er zu insgesamt drei Staatsmeistertiteln. Dass der Heeresleistungssportler derzeit einfach eine riesige Freude am Rennsport hat, bewies er mit einer beeindruckenden Serie: Gleich fünf neue österreichische Rekorde konnte er an diesem Wochenende ins Becken zaubern.
- Foto: Lena Ernhofer
- hochgeladen von Rainer Hirss
Zusätzliche Motivation gab dem Profisportler das private Jubiläum: Am Samstag feierte er mit Ehefrau Lena den ersten Hochzeitstag. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Es war ein perfektes Rennen an einem perfekten Wochenende. Genau hier in Floridsdorf bin ich meinen ersten Wettkampf geschwommen. Dass ich hier in Österreich nun einen Weltrekord unterbiete, ist einfach nur unglaublich. Ohne meine Trainer Gerhard und Stefan sowie meine Frau Lena wären Rekorde und Titel nicht möglich. Ich will dieses schöne Erlebnis jetzt einfach genießen und natürlich auch mit ihnen bisschen feiern“, so Ernhofer.
Nach den kräftezehrenden, aber erfolgreichen Tagen in Floridsdorf steht für Ernhofer nun eine kurze Phase der Regeneration an. Im Anschluss wird der Para-Schwimmer unmittelbar in die Vorbereitung auf die Europameisterschaft im September einsteigen. Das klare Ziel bleibt es, die aktuelle Spitzenform zu erweitern, um den inoffiziellen Weltrekord bei den kommenden internationalen Wettkämpfen auch offiziell zu bestätigen und die österreichische Flagge erneut auf dem Podium zu platzieren.
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