Abrissbirne am Neubau: Aus für Gründerzeithäuser

Vom ehemaligen Lokal St. Ellas ist nichts mehr übrig.
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NEUBAU. Ein Mietshaus in der Landstraße, eines in Ottakring, ein Gasthaus auf der Wieden – sie alle wurden in den letzten Junitagen dem Erdboden gleichgemacht. Was haben sie gemeinsam? Die Häuser waren zwar nicht denkmalgeschützt, aber wurden vor 1945 erbaut, teilweise weit früher.

Solche Häuser abzureißen, war bis 1. Juli nur anzeige-, aber nicht genehmigungspflichtig. Erst dann trat die neue Bauordnung in Kraft, die den Abriss vor 1945 errichteter Häuser erschweren soll.

Nun braucht man eine Bewilligung der Stadt und eine Bestätigung darüber, "dass an der Erhaltung des Bauwerkes infolge seiner Wirkung auf das örtliche Stadtbild kein öffentliches Interesse besteht". Offenbar wollten viele Hauseigentümer noch vor Inkrafttreten dieser Novelle Nägel mit Köpfen machen und zogen die Abbrucharbeiten vor.

"Größere Schutzzonen"

"Grundsätzlich freuen wir uns über die Gesetzesnovelle, weil damit hoffentlich viele alte Häuser vor Spekulationsabrissen gerettet werden können", so Markus Landerer von der Initiative Denkmalschutz.

Man hätte das gleiche Ergebnis aber schon viel früher haben können, wenn man einfach großzügiger Schutzzonen ausgesprochen hätte – dort war ein Abriss nämlich schon immer bewilligungspflichtig. Abrissstimmung herrscht derzeit auch in der Zieglergasse – und das gleich doppelt.

Baba, Tankstelle ...

Die Tankstelle in der Zieglergasse 53 gibt es seit Mitte 2016 nicht mehr. Der Abriss des Gründerzeithauses ging jetzt aber zackig. "Hier passiert nichts Illegales" heißt es vom Eigentümer, der Freigassner GmbH. Ab Herbst sollen 49 Wohnungen in zwei Trakten sowie eine Tiefgarage mit 29 Parkplätzen entstehen. Aus Erdgeschoß und sechs Obergeschoßen besteht der straßenseitige Teil des Hauses künftig, "aber nicht höher als die anderen Gebäude herum", so Eigentümer Peter Freigassner. Der Hoftrakt wird nur dreigeschoßig. Geplante Bauzeit: 18 Monate.

... und servus, St. Ellas

Auch das Restaurant St. Ellas in der Zieglergasse 52 hat Ende 2017 bereits geschlossen. Der neue Eigentümer des Hauses, die Containex Projekt GmbH, hat jetzt mit Abriss und dem Neubau von 28 Mietwohnungen auf 1.700 Quadratmetern begonnen. "Wir haben die Baugenehmigung jetzt erst bekommen, das hat nichts mit der Novelle zu tun", heißt es von dort. 20 Monate wird planmäßig gebaut. Im Erdgeschoß wird übrigens auch künftig wieder ein Geschäftslokal sein – was genau reinkommt, ist allerdings noch nicht fix.

Vom ehemaligen Lokal St. Ellas ist nichts mehr übrig.
Statt der Tankstelle werden 49 Wohnungen gebaut.
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