Breiter Widerstand gegen geplanten Tierfriedhof

FP-Mandatar Hebenstreit: Auflagen müssen erfüllt werden.
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Mitten in einer ehemaligen Kleingartensiedlung plant ein Hernalser Geschäftsmann einen Tierfriedhof – Kühlraum für die Kadaver im Keller des eigenen Hauses inklusive. Anrainer fürchten um die Wohnqualität ihrer abgelegenen Siedlung und laufen gegen das Projekt Sturm.

(si). Noch vor wenigen Jahren durfte man in der an der Höhenstraße gelegenen Siedlung an der Grenze zum 19. Bezirk nicht einmal über den Winter wohnen. In der ehemaligen Kleingartensiedlung reihen sich kleine Häuschen aneinander, dazwischen jede Menge Natur. Bisher war die größte Sorge der Bewohner eine nahe gelegene Schule, die einige Dutzend Autos am Tag in die verschlafene Grünoase am Rande Wiens lockte.

Angst vor Kadavergeruch
Doch nun befürchten einige Bewohner eine Beeinträchtigung ganz anderen Kalibers: Der Unternehmer Gerhard Starkl, selbst Bewohner des Grätzls, möchte ausgerechnet hier den ersten Tierfriedhof Wiens gründen. So sollen die Wiener liebgewonnene Haustiere künftig an der Kreuzung von Keylwerthgasse und Sommerhaidenweg bestatten lassen – ein Schutzgebiet, das keinen Stromanschluss bekommen darf. Deshalb plant Starkl, die Tierkadaver in einem bereits gewerberechtlich genehmigten Kühlraum in seinem Privathaus zwischenzulagern. Die Nachbarn lässt das auf die Barrikaden steigen: „Hier oben sind die Stromleitungen sehr alt, es kommt immer wieder zu Ausfällen. Fällt dann einmal die Kühlung aus, wäre der Gestank der verwesenden, tagealten Tierleichen unerträglich“, beklagt ein Anrainer. Ebenso befürchtet man, dass die Verwesungsgerüche die in der Gegend ohnehin schon verbreiteten Füchse, Dachse und Marder anlockt, die wiederum gefährliche Krankheiten verbreiten. Bezirksrat Dietmar Habenstreit (FP) sieht jedoch wenig Grund zur Aufregung: „Wenn alle Auflagen erfüllt werden, sehe ich keinen Grund, die Errichtung eines Tierfriedhofs nicht zu genehmigen“, so der Politiker.

Beim zuständigen Magistrat will man sich zwar noch nicht festlegen, steht jedoch einer Verwendung des Schutzgebietes als Tierfriedhof skeptisch gegenüber: „Grundsätzlich besteht in Wien Bedarf nach Gräbern für Tiere, aber warum dies gerade in einem besonders heiklem Schutzgebiet passieren muss, ist nicht verständlich“. Anrainer haben nun bereits dutzende Unterschriften gegen den Tierfriedhof gesammelt.

FP-Mandatar Hebenstreit: Auflagen müssen erfüllt werden.
Das Kühlhaus soll sich mitten im Wohngebiet befinden.
Autor:

Monika Kickenweiz aus Ottakring

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