12.03.2018, 14:56 Uhr

Budapester Privatuni zieht ins Otto-Wagner-Spital

Der 1907 fertig gestellte, von Otto Wagner mitgeplante Spitalskomplex galt zur Zeit der Eröffnung als einer der modernsten Nerenheilanstalten Europas. (Foto: Alois Fischer)

Die George-Soros-Universität soll ab Herbst 2019 einen Standort in Wien eröffnen. Sie soll die Pavillons auf der Baumgartner Höhe beziehen.

WIEN. Lange wurde über die Nachnutzung des Otto-Wagner-Areals gerätselt. Die teilweise baufälligen Pavillons am Steinhof werden ja nach und nach vom ansässigen Otto-Wagner-Spitals des Wiener Krankenanstaltenverbund geräumt. Ein vor einiger Zeit in Auftrag gegebene Nachnutzungskonzept bleibt unter Verschluss. Nun, berichtet die Tageszeitung Kurier, ist Bewegung in die Angelegenheit gekommen: Die Budapester George-Soros-Universität soll sich mit einer Zweigstelle am Areal ansiedeln.

Eine Vereinbarung zwischen der Privatuniversität und der Stadt als Grundeigentümerin wird in den nächsten Tagen unterzeichnet, berichtet der Kurier. Die Uni werde ein Drittel des Otto-Wagner-Spitals, ungefähr 25.000 Quadratmeter, besiedeln. Die Fläche solle der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich bleiben. Die George-Soros-Universität soll ab dem Wintersemester 2019 in Wien eröffnen, ab dem Wintersemester 2020 werde dann der Vollbetrieb hergestellt sein.

Konflikte mit Orbán

Die 1991 vom Investor George Soros gegründete Universität heißt eigentlich Central European University. Unterrichtssprache ist Englisch, es gibt etwa 1.400 Studierende und 400 Lehrende aus 130 Nationen. Die Universität, deren Gründungsgedanke die Untersuchung offener Gesellschaften im Postkommunismus war, wurde in den letzten Jahren öfter zu Zielscheibe von Kampagnen der rechtskonservativen ungarischen Regierung unter Viktor Orbán. 2017 schien es durch eine Änderung des ungarischen Hochschulgesetzes kurzzeitig, als müsse die Uni ihre Pforten schließen - schon damals hatte Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) einen Umzug nach Wien vorgeschlagen.
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