14.05.2018, 09:09 Uhr

Initiative in Ottakring: Wiese für die Bimgleise

Einen Testlauf für begrünte Gleise vor der 10er Marie wünschen sich Eva Bauer und Joachim Kovacs (beide Grüne).

Antrag von Rot und Grün in Ottakring: mit bepflanzten Gleisen gegen Hitze, Lärm und Staub.

OTTAKRING. Das Thema Hitze in der Stadt wird uns in den nächsten Jahren begleiten, schließlich gab es heuer schon im April die ersten heißen Tage. Um sogenannten "Hitzeinseln" entgegenzuwirken, gilt es, neue Wege zu gehen. Eine Möglichkeit: die Begrünung von Straßenbahngleisen. SPÖ und Grüne haben in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung gemeinsam einen entsprechenden Antrag eingebracht. Denn die Pflanzen binden den Staub und senken so die Staubbelastung in der Umgebung. Außerdem wirkt die Bepflanzung auch als Wasserspeicher, der etwa bei Starkregen vor der Überlastung des Kanals schützt. Ein weiterer Vorteil ist, dass dadurch auch Lärm reduziert wird.

"Gleisbegrünungen sind nicht nur hübsch anzusehen, sie sind auch mit vielen positiven ökologischen, stadtgestalterischen und ökonomischen Effekten verbunden. So etwas wollen wir auch in Ottakring", so Joachim Kovacs von den Grünen Otta-kring. Ausprobieren möchte man die Begrünung auf dem kleinen Platzerl vor dem Heurigen 10er Marie. Hier fahren sowieso keine Autos, nur die Linie 44 hat hier ihre Haltestelle Johannes-Krawarik-Gasse.

Im Umweltausschuss wird der Vorschlag besprochen, aber auch bei Annahme des Antrags wird er nicht zwingend umgesetzt. "Wir wollen in einem ersten Schritt Informationen über eine mögliche Umsetzung wie die Kosten für den Bezirk und die Chancen bzw. die Risiken, die eine solche Begrünung mit sich bringt, sammeln", heißt es von der SPÖ Ottakring. Übrigens: In derselben Sitzung wurde auch eine Resolution zur konsequenten Umsetzung des "Urban Heat Island"-Strategieplans der Stadt Wien eingebracht. Dazu gehören auch Gleisbegrünungen.

Positive Signale von den Wiener Linien

Damit es möglich ist, Gleise zu bepflanzen, gebe es ein paar Voraussetzungen, erklären die Wiener Linien: Die Straßenbahn müsse auf einem selbständigen Gleiskörper unterwegs sein – was auch einschließe, dass darauf keine Einsatzfahrzeuge fahren. Dadurch wird die Umsetzung eingeschränkt. Außerdem sei das bei Stationen mit einer längeren Verweildauer oder bei Endhaltestellen eher nicht sinnvoll. Grundsätzlich steht man bei den Wiener Linien dem Vorhaben aber positiv gegenüber: "Begrünte Gleiskörper sind ein Beitrag zu einer kühleren Stadt in zunehmend heißen Sommern."

In anderen Bezirken gibt es bereits Vorbilder: Grüngleise gibt es schon auf der Linie 62 in Lainz, auf der Linie 18 am Landstraßer Gürtel sowie auf Streckenabschnitten auf den Linien 25 und 26. Außerdem ist für das Sonnwendviertel eine weitere Anlage geplant. "Das Grüngleis bei der Verlängerung der Linie D wird mit jenem in Lainz der längste Abschnitt einer natürlich bepflanzten Gleisanlage", so eine Sprecherin der Wiener Linien.
Es bleibt spannend, ob man sich in Ottakring in die Bezirke mit grünen Gleisen einreihen wird.
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Gerhard Hadinger aus Pielachtal | 14.05.2018 | 15:45   Melden
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Robert R. aus Ottakring | 14.05.2018 | 16:04   Melden
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Karl Schubert aus Penzing | 14.05.2018 | 16:10   Melden
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Peter S. Gruber aus Penzing | 14.05.2018 | 16:31   Melden
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Peter S. Gruber aus Penzing | 14.05.2018 | 17:50   Melden
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Gerhard Singer aus Ottakring | 15.05.2018 | 19:29   Melden
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U. S. aus Ottakring | 15.05.2018 | 21:52   Melden
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