Luftenberger erzählt
Heimreise von Ecuador wurde zur Odyssee

Josef Hauser
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LUFTENBERG, ECUADOR. Seit langem setzt sich Josef Hauser für die indigene Bevölkerung in Ecuador ein – bis zu zwei Monate im Jahr verbringt er in dem lateinamerikanischen Land.
Am 28. Februar trat er wieder eine Reise an. "Leider habe ich die Auswirkungen des bereits vorhandenen Corona-Virus total unterschätzt. Es gab damals zehn Erkrankungen in Österreich und keine in Ecuador. Deshalb habe ich mich entschlossen, die Reise trotz der bereits schwelenden Krise zu machen."

Im Hilfseinsatz für die arme Bevölkerung

Ziel der Reise im Rahmen des Hilfsprojekts "Schilling für Shilling": Besuch einiger Familien, deren Kinder in Österreich Schul- und Studienpaten haben und das Überbringen von Geschenken. Einer Familie mit einem Kind, das an Leukämie erkrankt ist, überbrachte er 2.000 Dollar. "Um das Haus der Familie so umgestalten zu können, dass ein keimfreies Zimmer für die Heimpflege eingerichtet werden kann." Ein wichtiges Vorhaben war zudem das Treffen mit den Waorani-Indianern und einer Umweltorganisation, um für Weihnachten 2020 einen Import der WAO-Schokolade vorzubereiten. Der Verkauf der Schokolade stellt für die Waorani eine wichtige Einnahmequelle dar.

Ausgehverbot und gestrichener Flug

Mitte März gibt es in Ecuador bereits 37 Corona-Fälle – Hauser will einen vorzeitigen Rückflug buchen. Beim Büro der Fluglinie wird am 16. März gedrängt und gestoßen, vom empfohlenen Abstandhalten keine Spur. "Die hochnervösen Menschen sind alle Europäer, die heimfliegen wollen", schildert Hauser. Für 22. März wird ihm ein Heimflug in Aussicht gestellt. Nach einem erlassenen streng überwachtem Ausgehverbot muss er im Kloster bleiben, in dem er seine Bleibe hat. Und: Er erhält die Nachricht, dass der geplante Flug nicht stattfinden wird. "So hat sich nun Ecuador für mich zum Gefängnis verwandelt." Nach Telefonatem mit dem Konsulat und dem Außenministerium in Wien lässt er sich für einen möglichen Hilfsflug registrieren.

Via Paris und Amsterdam nach Wien

Am 21. März die Nachricht, dass er am Tag darauf bis Paris fliegen kann. Aber wie vom Kloster zum Flughafen gelangen, wenn die einheimischen Taxler aus Angst vor dem Virus keine Europäer mehr befördern? Aufgrund seiner Kontakte gelingt es Hauser, einen Fahrer zu finden. In Paris erwartet ihn zunächst ein Schock: Beim gebuchten Hotel steht er vor verschlossenen Türen – der Taxifahrer fährt einfach davon. Hauser findet aber ein Stück weiter eine Unterkunft, via Amsterdam geht es schließlich nach Wien. Wo er am 24. März "todmüde, aber glücklich" ankommt. Die Passagiere dürfen das Flugzeug immer nur in Gruppen von zehn Personen verlassen. Hauser: "Die Polizei nimmt von jedem Passagier die Daten auf und es ist ein Formular zur Verpflichtung einer Heimquarantäne zu unterschreiben. Vorsichtshalber wird auch noch Fieber gemessen. Ich werde von einem Freund in einem Kleinbus abgeholt, um den Sicherheitsabstand zu gewährleisten."

In Quarantäne – hofft nun, gesund zu bleiben

Seit seiner Rückkehr befindet er sich nun in einer leeren Wohnung in Quarantäne und hofft, dass sich keine Symptome einstellen. Hauser: "Mir ist durchaus klar, dass ich viele Corona-Hotspots passiert habe und die Gefahr einer Ansteckung sehr groß ist. Derzeit geht es mir gut und ich bete jeden Tag zu Gott, dass das so bleiben möglich. Wenn alles gut geht, bin ich bald wieder bei meiner Familie. Da wir jetzt ohnehin in der Heimat vor eine neue und große Aufgabe gestellt werden, wird wohl in nächster Zeit keine Auslandsreise bei mir auf dem Programm stehen."

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