12.10.2016, 00:01 Uhr

'Zeugnis' für St. Georgen an der Gusen

Ende September erschien der Bericht des Landesrechnungshofes über die Gemeinde Georgen an der Gusen. (Foto: BezirksRundschau)

Rechnungshof checkte Finanzen von St. Georgen – Kritik an Verlusten von Beteiligungsunternehmen.

ST. GEORGEN/GUSEN. Der Landesrechnungshof (LRH) stufte die Haushalts- und Finanzsituation als "grundsätzlich positiv" ein. "St. Georgen erzielt jährlich Überschüsse aus dem laufenden Geschäft, kann Investitionen aus eigener Kraft mitfinanzieren und hat eine überschaubare Verschuldung", heißt es im Prüfbericht. Aber auch Kritik wird laut. So stellt St. Georgen in fünf ausgegliederten Gesellschaften Leistungen zur Verfügung – mit unterschiedlichem wirtschaftlichen Erfolg. Bemängelt wird der hohe Verlust der Energie Gusental GmbH. Auch die Bestattungs-GmbH produzierte seit Bestehen 2008 mit Ausnahme von 2014 Verluste. Mittel- bis langfristig seien keine Gewinne zu erwarten. Des Weiteren würden Bestattungsleistungen nicht zu den Kernaufgaben einer Gemeinde zählen. Der Bedarf an Seminarräumen, die im Zuge der Sanierung des Aktivparks nach dem Brand gebaut wurden, wird vom LRH bezweifelt. Hier wird Kritik an der Praxis des Landes laut, dass der politische Referent der Regierung vor einer Bedarfsprüfung Gelder verspricht.

Was der Ortschef dazu sagt

Bürgermeister Erich Wahl (SP) verweist auf die soliden Finanzen und die hervorragende Infrastruktur. Die Bestattung erwirtschafte Deckungsbeiträge von rund 50.000 Euro jährlich für die Finanzierung von Verabschiedungshalle und Urnenfriedhof. "Diese Investitionen müssten sonst aus dem allgemeinen Budget der Gemeinde bezahlt werden". Beim Biomasse-Heizwerk spricht er von "Anlaufverlusten". Nach Planrechungen gebe es ab heuer Überschüsse. Aktivpark: Nach dem Brand hätte sich kostengünstig die Gelegenheit einer Aufstockung ergeben, um notwendigen zusätzlichen Raum zu schaffen. Bereinigt sei die "unglückliche Angelegenheit", dass Pensionisten, die bei der Organisation im Veranstaltungszentrum halfen, aus einer Handkassa bezahlt wurden. "Einige Punkte aus dem Prüfbericht wurden zwar bereits umgesetzt. Wir werden jedoch eine vollständige und transparente Aufarbeitung einfordern", sagt VP-Chef Franz Haslinger, der mit den Grünen auf eine Gemeinderats-Sondersitzung zum Prüfbericht pocht.
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