18.10.2016, 19:00 Uhr

3D-Drucker aus dem Technologiezentrum Perg

Weltmarkt-Dritter SLM Solutions will in geplanten Zubau einziehen

PERG (up). Ein dritter Bauteil ist im Perger Technologiezentrum geplant – die BezirksRundschau berichtete in der Vorwoche exklusiv. Nun gaben Bürgermeister Anton Froschauer und TZ-Geschäftsführer Hannes Achleitner weitere Details bekannt. Einer der größten Mieter im neuen Gebäudeteil, der nördlich ans bestehende TZ anschließen wird, soll das deutsche Unternehmen SLM Solutions werden. "Sie wollen rund 300 Quadratmeter, also ein ganzes Geschoß, nutzen. SLM Solutions ist am Weltmarkt Dritter in Sachen 3D-Druck", erklärt Achleitner. Mittels CAD-Daten werden auf Maschinen der Firma aus Metallpulvern durch 3-D-Lasertechnologie Metallteile gefertigt.

40 neue Parkplätze

Auf drei Ebenen entstehen im TZ 930 Quadratmeter neue Büroflächen. Der Eingang von Bauteil 3 wird Richtung Kramelsbergstraße liegen, im Innenhof sind 40 Parkflächen geplant. Achleitner rechnet mit Kosten von 2,2 Millionen Euro inklusive Grundkauf. Zusätzlicher Platz entsteht durch den baldigen Auszug von MTA Systems aus Bauteil 2. "Sie brauchen mehr Platz und siedeln in das Hartl-Gebäude nach Mauthausen", so Achleitner. Das TZ darf sich in den vergangenen Jahren nach einem schwierigen Start über eine Auslastung um die 90 Prozent freuen. "Ein wichtiger Faktor ist hier das Data Center. Diese Infrastruktur ist für viele die Basis ihres Geschäfts. Da wir bereits einige Anfragen von Interessenten ablehnen mussten, fiel die Entscheidung für den Ausbau leicht", meint der Geschäftsführer. Derzeit wird an der Planung gearbeitet, im August/September 2017 soll der Zubau fertig sein.

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Zur Firma SLM Solutions (Quelle: Wikipedia)


Die SLM Solutions Group AG in Lübeck ist ein börsennotierter Hersteller von 3D-Metalldruckern und Mitinhaberin der Wortmarke SLM. Die Abkürzung SLM steht für das Fertigungsverfahren Selective Laser Melting (engl. für Selektives Laserschmelzen). Gemessen an der Anzahl der verkauften Anlagen war SLM 2012 der weltweit drittgrößte Hersteller, nach dem Marktführer EOS und der Firma Concept Laser. Alle drei haben ihren Sitz in Deutschland.

Ein Hauptvorteil des 3D-Drucks liegt darin, dass auch Teile mit komplizierten Geometrien in nur „einem Durchgang“ herstellbar sind. Das macht dieses Verfahren besonderes interessant für das Rapid Prototyping und Kleinserien, aber auch für die Serienproduktion in der Luft- und Raumfahrttechnik, wo Gewichtsersparnis eine große Rolle spielt. Man erreicht diese z. B. durch Hohlräume oder Poren im Werkstück.

Weitere Anwendungsbereiche für Drucker der SLM AG sind die Energietechnik (z. B. Turbinenteile), Fahrzeugtechnik und Medizintechnik (z. B. für Implantate). Als Blue-Chip-Kunden nennt das Unternehmen u.a. die NASA, EADS, General Electric, Siemens und BMW. Viele Geräte wurden auch an Forschungseinrichtungen verkauft.

Neben den Laserschmelzgeräten vertreibt SLM auch herkömmliche Gießsysteme für das Rapid Prototyping. Auf diesen Geschäftsbereich entfällt ein kleinerer, abnehmender Umsatzanteil.

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