Handlungsbedarf im „Planschbeckenhof“: Gemeindebau hofft auf Neustart

Der verwaiste Fußballkäfig
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RUDOLFSHEIM. Nach einem Feuerwehreinsatz aufgrund der bröckelnden Fassade hat sich ein Bewohner der Gemeindebausiedlung Schmelz an die bz gewandt. Er möchte anonym bleiben, da er Angst vor Repressalien seitens Wiener Wohnen hat. Auf seine Wohnung ist er angewiesen. Wir haben nachgefragt, wie es um eine Sanierung steht.

Schon beim Betreten werden die Mängel an dem Gemeindebau in der Mareschgasse 24 offensichtlich: Beschmierte Zugänge, bröckelnde Fassaden und ein seit Jahren wegen Sicherheitsmängeln mit einer dicken Eisenkette versperrter Fußballkäfig sind Ausdruck dafür, dass dieser Bau schon bessere Zeiten erlebt hat. In den 1920er-Jahren wurde die Siedlung mit 85 Stiegen und mehr als 700 Wohnungen errichtet.

Als eine der ersten nach dem Krieg erbauten Wohnhausanlagen umfasst sie ein Areal mit einstöckigen Häusern samt Kleingärten – ein Idyll inmitten der Großstadt.  In der zweiten Bauphase errichtete man dann, dem typischen Stil dieser Zeit entsprechend, drei- bis vierstöckige Gemeindebauten, wie man sie aus dem Stadtbild Wiens kennt.

Sanierung läuft

Seit 2015 wurde in der Siedlung auf der Schmelz sukzessiv ein Abschnitt nach dem anderen renoviert. Die ebenerdigen Häuschen präsentieren sich in neuem Glanz, was man vom sogenannten "Planschbeckenhof" leider nicht behaupten kann. Sträucher wuchern dort und zu Haufen braunes Laub auf dem vertrockneten Rasen lädt nicht gerade zum Verweilen ein. Dabei war diese Wohnhausanlage mit einem mittlerweile zubetonierten Schwimmbecken einmal ein Vorzeigeprojekt der damaligen Stadtregierung. Übrigens: Auch der spätere Bundespräsident Adolf Schärf zählte zu den anfänglichen Bewohnern dieses geschichtsträchtigen Gemeindebaus.

Auf Anfrage der bz teilt Wiener Wohnen mit, dass auch für den Planschbeckenhof eine Sanierung anstehe. Nächstes Frühjahr werde man damit beginnen. Im Zuge der Arbeiten sollen überall eine Wärmedämmfassade, Wärmeschutzfenster sowie neue Wohnungseingangstüren eingebaut werden. Außerdem werden die Balkone bzw. Loggien saniert. Zusätzlich erneuert Wiener Wohnen das Dach, setzt die Stiegenhäuser instand, gestaltet die Außenanlagen neu und errichtet in den beiden hohen Bauteilen über 90 Dachgeschoßwohnungen und 30 neue Aufzüge. "Für die Generalsanierung einer Wohnhausanlage in dieser Größe muss man mit rund 60 Millionen Euro rechnen", so Wiener Wohnen. Was Wiener Wohnen auch betont: Keine Mieter müssen Angst haben, nur weil sie auf einen Umstand aufmerksam machen.

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