Rudolfsheim-Fünfhaus
Körperliche Nähe im "Kuschelraum" zelebrieren
- Durch achtsame Berührung gelangen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einen tiefen Entspannungszustand. (Symbolfoto)
- Foto: Pixabay/Symbolbild
- hochgeladen von Patricia Hillinger
Der Kuschelraum Wien bietet in der Künstlergasse regelmäßig die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen mit mehreren und überwiegend fremden Menschen zu kuscheln. MeinBezirk.at hat Workshopleiterin Sora zum Gespräch getroffen und nachgefragt, was bei einer Kuschelparty so alles passiert.
WIEN/RUDOLFSHEIM-FÜNFHAUS. Der "Kuschelraum" bietet in der Künstlergasse 14 regelmäßig die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen mit mehreren und überwiegend fremden Menschen zu kuscheln. MeinBezirk hat Workshopleiterin Sora Lamowski zum Gespräch getroffen und nachgefragt, was bei einer Kuschelparty so alles passiert.
Körperliche Nähe gehört für viele Menschen zu den Grundbedürfnissen. Dem Wunsch nach Zuneigung, Berührung und Vertrauen nachzukommen kann sich jedoch oftmals, gerade wenn man sich nicht in einer Partnerschaft befindet, durchaus als schwierig erweisen.
- Im Kuschelraum gibt es klare Regeln.
- Foto: Sora Lamowski
- hochgeladen von Martin Zimmermann
Es war im Jahr 2015, als Lamowski nach einer Trennung merkte, „dass mir Nähe und Körperkontakt fehlen, ohne dass ich gleich eine neue Beziehung starten wollte“. Sie war damals in Berlin zu Hause und ein Freund nahm sie schließlich mit zu einer sogenannten Kuschelparty. Angetan von dem Konzept besuchte die heute 29-Jährige mehrere Workshops und Fortbildungen zu der Thematik, bis sie schließlich im Jahr 2021 selbst eine Kuschelparty in ihrer neuen Wahlheimat Wien anleitete. Die Idee wurde gut angenommen.
Klar definierte Regeln
Die Kuschelpartys finden untertags statt, dauern drei Stunden und geben den etwa 20 Teilnehmenden die Möglichkeit, mit ihnen zuvor fremden Leuten körperliche Nähe aufzubauen. Dabei wird eine klare Grenze zu Events gezogen, die sexuelle Kontakte in den Vordergrund stellen, wie etwa sogenannte Sex Positive Partys. Sora leitet hingegen ein Workshopformat, „das einen bedingungslosen Berührungssinn“ verfolgt. Es gibt klar definierte Regeln, die Kleidung bleibt an und auch etwa für intensives Küssen ist bei den Kuschelpartys kein Platz.
- Sora, 29 Jahre alt, leitet den Kuschelraum Wien.
- Foto: Sora Lamowski
- hochgeladen von Martin Zimmermann
Großen Wert legt man auf Konsens. Die gegenseitige Zustimmung zu jeder Handlung, jeder Berührung steht an oberster Stelle von Lamowskis Workshops. „Du fragst verbal um Erlaubnis und bekommst ein Ja, bevor du jemanden berührst", erklärt sie. "Darf ich meine Hand auf dein linkes Bein legen?", ist etwa eine Frage, die ein Teilnehmer der anderen Person im Raum stellen muss, bevor er oder sie die Handlung durchführt." Diese körperliche Nähe kann etwa vom Händchenhalten mit einer vorher fremden Person bis zum Kuscheln mit drei oder mehr Personen führen. Wichtig ist, dass jede und jeder nur so weit geht, wie er oder sie das möchte. Auch besteht kein expliziter Kuschelzwang.
Alle sind willkommen
Die Teilnehmer sind bunt durchgemischt. „Das Altersspektrum reicht bisher von Mitte 20 bis Anfang 60“, erklärt Lamowski. Berufe oder andere ausführliche Hintergrundinfos werden bewusst außen vor gelassen. Zu Beginn des Workshops stellt sich die Gruppe untereinander lediglich mit Vornamen vor. Das Konzept geht auf. Es gibt durchweg positives Feedback und viele Teilnehmer entscheiden sich dazu, immer wieder zu einer Kuschelparty zu kommen.
Zur Sache
Der Kuschelraum Wien befindet sich in der Künstlergasse 14. Mehr Informationen findest du bei www.bysora.org. Informationen zum Kuschelraum allgemein gibt es unter www.kuschelraum.at. Anmeldungen zur Kuschelparty sind möglich via sora@kuschelraum.at.
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