Vintage Froehnert: Zeitreise ins Souterrain

Die Froehnert-Schwestern Petra und Ina ganz in ihrem Element mit Designstücken aus den 1950er- bis 1970er-Jahren.
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RUDOLFSHEIM-FÜNFHAUS. Keine Auslagen, nur der Hinweis, dass man zu "Vintage Froehnert" die Treppe in der Meiselstraße herabsteigen muss. Dort tut sich dann ein wahres Eldorado an Kleinmöbeln, Spiegeln, Porzellan und Stoffen von anno dazumal auf. "Alles unsere eigenen Sammlerstücke, die wir vor unserer Geschäftseröffnung in unzähligen Kisten in einer Hütte im Garten gestapelt haben. Wir wussten ja selbst schon nicht einmal mehr, welche Schätze wir hatten", erklären die Schwestern Ina Ritter und Petra, die ursprünglich aus dem deutschen Norden, aus Wilhelmshaven, stammen. Den Namen "Froehnert" für das Geschäft haben die beiden übrigens vom Mädchennamen ihrer Mutter "geliehen", weil er so schön klingt, sagen sie.

"Wir haben jahrelang nach einem geeigneten Lokal gesucht und es schließlich in der Meiselstraße 31 gefunden. Es sollte gut mit den Öffis erreichbar und unbedingt im Souterrain sein, weil uns das an eine alte Werkstatt erinnert." Das tut es, auf sehr charmante und gemütliche Art.

Ein Hobby voller Nostalgie

Ina Ritter kam vor 30 Jahren aus Deutschland nach Wien, um Skandinavistik, Germanistik  und Theaterwissenschaften zu studieren. Und sie ist bis zu ihrer Pensionierung vor vier Jahren der Universität Wien treu geblieben. Heute lebt sie in Gerasdorf. Ihre Schwester Petra hat früher einen Kindergarten in Hannover geleitet und lebt heute in Eisenstadt, wenn sie nicht gerade in ihrem Weingarten in Ungarn ist. "Als wir langsam ins Pensionsalter kamen, reifte auch der Entschluss, etwas aus unserer gemeinsamen Design-Leidenschaft zu machen."

Zuerst haben die Schwestern auf Flohmärkten verkauft. Aber das war ihnen dann einfach zu mühsam und zu schade, die Sachen danach wieder einzupacken. Seit vier Jahren haben sie ihren eigenen Vintage-Laden, wo gerne auch mal junge Menschen vorbeischauen. "Es freut uns besonders, wenn das Design aus unserer Kindheit und Jugend in jungen Haushalten Verwendung findet", erklären die beiden Schwestern. Vieles stammt aus ihrem eigenen Elternhaus. "Mein Vater war Tischler und hat wunderschöne 1950er-Jahre-Möbel hergestellt. Viele davon habe ich dann gleich in meine erste eigene Wohnung mitgenommen", erzählt Ritter.

Einer der vom Vater hergestellten Nierentische, den es jetzt hier zu kaufen gibt, stand jahrelang bei ihr im Vorraum. Andere Stücke stammen aus Wohnungsauflösungen im Freundeskreis. "Alles Dinge, mit denen unsere Generation aufgewachsen ist." Nostalgie, aber positiv besetzte. "Das erinnert uns an unsere schöne Kindheit. Das war wirklich eine heile Welt." Erinnerungen, die die Schwestern gerne mit anderen teilen. Die Geschichten von damals und viel Design-Know-how gibt es hier gratis dazu. Geöffnet ist immer Freitag von 16 bis 19 Uhr und jeden ersten Samstag im Monat von 10 bis 16 Uhr
Infos: www.vintage-design.at

Autor:

Ulrike Kozeschnik-Schlick aus Alsergrund

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