13.02.2017, 11:34 Uhr

Reportage: Synergien in Neubruck

Coworking im Test: Redakteur Roland Mayr (rechts im Bild) verbringt einen Arbeitstag im Gemeinschaftsbüro im Töpperschloss Neubruck und genießt dort die kreative und inspirierende Atmosphäre mit Peter Teufel, Joseph Hofmarcher und Gerald Prüller.

Redakteur Roland Mayr wird als Coworker vom Geist des innovativen Hammerherren Andreas Töpper inspiriert.

NEUBRUCK. Als ich mich an diesem Tag in der Früh aufmache, um meinem täglichen Broterwerb nachzugehen, führt mich mein Weg von Scheibbs aus nicht wie üblicherweise in Richtung Wieselburg, um dort die Redaktion im City Center aufzusuchen, sondern nach Neubruck, denn heute werde ich meinen Arbeitstag im Coworking-Space in den altehrwürdigen Räumlichkeiten des Töpperschlosses verbringen, das für die Landesausstellung 2015 auf Vordermann gebracht worden war.

Vor verschlossenen Türen

Bei meiner Ankunft um 8.30 Uhr stehe ich vor verschlossenen Türen, erspähe aber einen jungen Mann durch das Fenster, der gerade in seine Arbeit vertieft zu sein scheint. Also klopfe ich und mir wird geöffnet. Christoph Berger, der für Treepol tätig ist – ein junges dreiköpfiges Start-up-Team aus unserer Region, das ein drahtloses Batterie-Überwachungssystem entwickelt hat – scheint zu den Frühaufstehern unter den Coworkern zu gehören. Die "Battery Boys" haben im Oktober des Vorjahres den Coworking-Space bezogen und sich hier mittlerweile optimal eingelebt.

Coworking erwacht zum Leben

Christoph zeigt mir meinen Arbeitsplatz für den heutigen Tag, also wird erst einmal der Laptop angesteckt und die WLAN-Verbindung zum Internet gecheckt, die gleich problemlos läuft – wohl eine der Grundbedingungen für ein funktionierendes Coworking. Joseph Hofmarcher, der sich als "Klassensprecher" um organisatorische Belange kümmert, betritt das Gemeinschaftsbüro, wo der Architekt bereits seit der Eröffnung im Februar 2016 tätig ist. Für einen optimalen Einstieg in den heutigen Arbeitstag bietet mir Joseph gleich einmal einen Kaffee an, um mir im Anschluss seine neue Material-Testreihe für die zukünftige Fassade des Geschäfts "RahmenDamen" in der Scheibbser Hauptstraße zu zeigen. Um 9 Uhr erscheint der Werbe-Grafiker Peter Teufel aus Reinsberg, der als Ein-Personen-Unternehmer "vierfarbig" im Bezirk Scheibbs für Furore sorgt, und der Coworking-Space im Neubrucker Töpperschloss füllt sich langsam aber sicher mit kreativem Leben.

Der Arbeitstag beginnt

Nun geht's endlich ans Eingemachte, Joseph dreht noch die Musik auf, Peter informiert sich bei ihm über die oben erwähnte Testreihe, holt sich noch einen Kaffee und der Arbeitstag kann beginnen. Schließlich trudelt auch noch der Reinsberger Filmemacher Gerald Prüller ein, der sich mit "CleanHill Studios" vor drei Jahren selbstständig gemacht hat. Er hat anlässlich seines runden Geburtstags köstliche Mehlspeisen mit im Gepäck, die er sogleich mit uns Coworkern teilt und ein paar Stücke im benachbarten Eisenstraße-Büro vorbeibringt.

Echte Synergien ergeben sich

Dass "Coworking" in Neubruck nicht nur eine leere Worthülse ist, sondern tatsächlich gelebt wird, zeigt sich, als sich um 11.30 Uhr Beatrice Buchebner, als Kundin von Grafiker Peter Teufel, ein Plakat für die Veranstaltung mit ihrer Band "Voice & Guitar Superior" im Scheibbser kultur.portal am Rosenmontag abholt. Es ergeben sich tolle Synergien, da sich Beatrice gleich auch bei Gerald wegen eines Konzert-Mitschnitts erkundigt und mich um eine Ankündigung in den Bezirksblättern Scheibbs bittet. Also wird sogleich ein Foto mit dem frisch gedruckten Plakat für einen Artikel in der Rubrik "Wann & Wo" geschossen.

Ständiges Kommen und Gehen

Durch die gemeinsame Nutzung eines Arbeitsplatzes ergeben sich also tatsächlich sehr viele kreative Impulse. Weil hier jeder kommen und gehen kann, wann er will, kann man bei all dieser Dynamik durchaus ab und zu den Überblick verlieren. Genau aus diesem Grund dreht Marianne Resch – die "gute Seele des Hauses" im Töpperschloss Neubruck – am Ende des Arbeitstags noch einmal eine Runde, um auf diese Weise zu gewährleisten, dass wirklich alle Türen versperrt sind. Der "Geist" des Hammerherren geht hier um!
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