09.11.2017, 08:04 Uhr

Die ersten Minuten entscheiden

Wenn ein Mensch einen Herzanfall erleidet werden die Minuten bis zum Eintreffen der Rettung zur Ewigkeit. Defibrillatoren können in einer derartigen Situation Leben retten. Auch im Bezirk Schwechat gibt es immer mehr dieser Geräte. Die Bezirksblätter haben nachgefragt, wo sie im Notfall einen Defi finden.

Die Profis zeigen es vor
Dr. Daniela Angetter und Notfallsanitäter Franz Jellinek vom Roten Kreuz Schwechat zeigen uns, worauf es im Ernstfall ankommt. Bei einem Atem-Kreislauf-Stillstand sollte der erste Helfer vor Ort sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen (abwechselnd 30 Herzdruckmassagen, gefolgt von 2 Beatmungen usw.) beginnen. Der Einsatz eines Defibrillators ist nur sinnvoll, wenn man zu zweit ist. Ist ein zweiter Helfer vor Ort kann dieser, wenn vorhanden, den Defi holen und die Klebeelektroden wie auf der Packung abgebildet anbringen. Die Druckmassage soll dabei nicht unterbrochen werden. Das weitere Vorgehen wird einem vom Gerät mit klaren akkustischen Ansagen vorgegeben. Man kann eigentlich nichts mehr falsch machen. Das Gerät sagt den Helfern, wenn ein Schock nötig ist bzw. wenn Druckmassage und Beatmung fortgesetzt werden müssen. Der Defi kann schon bei Kindern ab einem Jahr verwendet werden, erklärt Dr. Angetter. Weil sich die Elektroden aber nicht überlappen dürfen, wird bei kleinen Kindern die eine mittig am Brustkorb und die andere gegenüberliegend am Rücken aufgeklebt.

Team Österreich sucht Helfer

Österreichweit kommt es jährlich zu etwa 10.000 plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillständen. Bei den meisten Herz-Notfällen handelt es sich um Kammerflimmern. Das Herz schlägt zwar noch, aber unkoordiniert und viel zu schnell. Es kann kein Blut mehr pumpen. Die Herzdruckmassage des Helfers übernimmt diese Aufgabe. Der Defibrillator "entflimmert" den aus dem Rhytmus geratenen Herzmuskel. Entscheidend sind die ersten Minuten. In Ländern, in Kinder bereits früh in Erster Hilfe unterrichtet werden, ist die Überlebensrate bei diesen Vorfällen wesentlich höher. Das Rote Kreuz hat gemeinsam mit Hitradio Ö3 die Initiative "Team Österreich" gestartet, deren Ziel es ist, die Überlebensrate bei Herz-Kreislauf-Stillständen auf 90% zu steigern. Wer in den letzten zwei Jahren einen Erste Hilfe-Kurs besucht hat, kann sich bei "Team Österreich" registrieren und wird benachrichtigt, wenn im Umkreis von 400m ein Notfall gemeldet wird. Die meisten Herz-Kreislauf-Stillstände passieren zu Hause. Angehörige stehen oft unter Schock und können nicht entsprechend reagieren. Dann kann es lebensrettend sein, wenn ein registrierter Ersthelfer in der Nähe ist. "Team Österreich" ist in Wien, wo auch jedes Polizeiauto mit einem Defi ausgestattet ist, bereits seit zwei Jahren im Einsatz. Im Industrieviertel ist das Projekt gerade in der Testphase.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.