Anatomie

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Hoffentlich halten Sie mich nicht für vollkommen verrückt, denn eigentlich wollte ich hier nie darüber schreiben… Aber gut, ich geb’s zu, ich bin ein fürchterlicher Hypochonder! Der deutsche Moderator Harald Schmidt, der wohl prominenteste Vertreter unserer Zunft, bekannte sich einmal offen dazu und meinte: „Unterhalb des Tumors ist für uns Hypochonder nichts vorstellbar.“ Laut Fachleuten wird die Krankheit Hypochondrie folgendermaßen definiert: „Sachlich nicht begründbare, ängstliche, manchmal auch depressiv getönte Befürchtung oder Vermutung krank zu sein oder krank zu werden und damit abnorme Einstellung zum eigenen Leib und seinen Gefährdungsmöglichkeiten.“ Uns Hypochondern wird es in der heutigen Zeit aber auch viel zu leicht gemacht, bekommen wir doch sämtliche Diagnosen zu unseren Wehwehchen gratis und völlig rezeptfrei direkt aus dem worldwide web.

Erst neulich hatte ich während einer morgendlichen Joggingrunde ein ganz und gar ungesundes Gefühl im Brustkorb, sodass ich zwingend an einen Herzinfarkt denken musste. Vernichtungsgefühl, Schmerzen, die in den linken Arm und in den Kiefer ausstrahlten, Schwindel und ein Anflug von Übelkeit rundeten das Bild perfekt ab. Als ich mich mit letzter Kraft nach Hause schleppte, lag meine bessere, nicht-hypochondrische Hälfte noch friedlich schnarchend im Bett. Ja selbst unser Hund schlummerte leise grunzend am Kopfende des Bettes, rührte kein Ohrwaschel bei meinem bemitleidenswerten Anblick und strafte jene Weisheit lügen, dass Hunde jede Befindlichkeit ihres Besitzers mit einer seismografischen Gewissheit erspüren können. Wie sich später nach einer gründlichen Analyse herausstellte, waren übrigens ganz gewöhnliche Kreislaufprobleme die Ursache meines Unwohlseins, die aus einem übertriebenen Sportprogramm des Vortages resultierten. Ich sag nur so viel: Codewort “Birne” … :-)

So ähnlich war es mir schon einmal vor einigen Jahren bei meinem ersten DM-Frauenlauf ergangen. Ich hatte es geschafft, die verdammten 5 km nach wochenlanger, nicht akribisch geplanter Vorbereitung (was soviel hieß wie: sehr selten, sehr geringe Distanzen, sehr langsam zu laufen) in meiner ganz persönlichen Bestzeit von 0:40:02,4 zurückzulegen. Während des letzten Kilometers kletterte mein Puls auf den überaus gesunden und durchtrainierten Wert von 205, was den Zieleinlauf auch nicht gerade zu einem besonderen Erlebnis gestaltete (nur die Scham, vor tausenden von Leuten auf den letzten hundert Metern aufzugeben, hielt mich davon ab, die Laufstrecke zu verlassen und mich auf der Stelle zu übergeben).

Naturgemäß fühlte ich mich in der folgenden Woche nicht gerade wohl in meiner Haut – meine schmerzenden Lungen und Rippen ließen mich vielmehr an Gerlinde Kaltenbrunner nach einem missglückten Versuch, den K2 zu bezwingen, denken. Ich saß also kurzatmig im Büro und laut Doktor Net lag der Verdacht nahe, dass ich jeden Moment aufgrund einer Lungenembolie das Zeitliche segnen könnte, lagen doch Atemnot, Husten, plötzliche Brustschmerzen beim Einatmen, Schweißausbruch, Angst, Unruhe, Beklemmungsgefühl, Blässe, schneller Puls und – wenn ich an das letzte Telefonat mit einem etwas emotionalen Kunden dachte – gestaute Halsvenen vor. Als Differential-Diagnose zog ich weiters einen Herzklappenfehler in Betracht, der sich natürlich erst bei dem hinter mir liegenden Ausmaß an Anstrengung gezeigt hatte (selbst schwere Klappenfehler können über lange Zeit hinweg symptomlos sein, wie wir Hypochonder wissen…), denn mein Herz stolperte verdächtig und ab und an überkam mich ein diffuses Schwindelgefühl.

Als ich einer lieben Kollegin von meinem kritischen Zustand berichtete, meinte die allerdings nur lapidar: Das kommt davon, wenn man 5 Wochen vor einem Wettbewerb zum ersten Mal seit Jahren seine Laufschuhe schnürt und nennt man Muskelkater.

Auch meine Kontaktlinsen waren seit jeher nicht gerade das, was man anschmiegsam nennen würde, doch eines schönen Tages bereitete mir eine weitere Entdeckung Kopfzerbrechen. Beim Einsetzen derselben hatte ich in meinem rechten Auge einen schwarzen Punkt entdeckt, der nichts Gutes verhieß. Ich machte also die Probe aufs Exempel, loggte mich ein (ich hatte bereits in meinen Favoriten die wichtigsten Adressen abgespeichert) und konnte prompt zwischen einer Bindehaut-, Hornhautentzündung, einer Entzündung der Iris und Grünem Star wählen. Ist es nicht toll, wie vielfältig das Leben sein kann? Starker Durst waren die ersten Anzeichen für Diabetes, Schmerzen in der Wade ein Vorbote für eine tiefe Venenentzündung, Halsschmerzen ein beginnender Stimmbandtumor und bei Kopfschmerzen entschied ich mich für die milde Form einer Gehirnhautentzündung.

Selbst bei einem gemütlichen Fernsehabend mit „Dr. House“ ist mein Schatz vor meinem medizinischen Pseudowissen, das ich mir mittlerweile angeeignet habe, nicht sicher. Murmelt einer der Ärzte „Die Amylase- und Lipasewerte sind stark erhöht“, kreische ich schon begeistert „Es ist die Bauchspeicheldrüse! Eindeutig, die Bauchspeicheldrüse!“ und greift sich eine Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Wade und bricht kurz darauf zusammen, lautet meine Diagnose natürlich folgerichtig Lungenembolie infolge eines Blutgerinnsels.
Ja, das Zusammenleben mit mir ist ein echtes Erlebnis, Lebensfreude ist quasi mein zweiter Vorname…

Sie meinen, das sei alles andere als lustig, mit so etwas spaßt man nicht? Sie haben Recht, dazu ist dieses Thema tatsächlich viel zu ernst, handelt es sich nämlich um eine Krankheit, die einer Behandlung bedarf. „Anstatt die vorgeschobenen Symptome zu untersuchen, sollten die Mediziner lieber die dahinter liegenden Ängste behandeln“, forderte daher das New England Journal of Medicine. Gesagt, getan.

Vorige Woche wurde ich im Büro angesichts des Aktenberges, der sich auf meinem Schreibtisch türmte, von plötzlicher Übelkeit und Bauchkrämpfen befallen. Zunächst verfiel ich in mein altes, bereits eingelerntes Verhaltensmuster und googelte mir die Diagnose: Lebensmittelvergiftung. Doch dann zwang ich mich, meine Gedankenflut für einen Moment zu stoppen, tief durchzuatmen und fragte meinen Bauch: ‚Was willst du mir damit sagen, welche Angst könnte sich hinter diesen Symptomen verbergen?’

Da musste ich nicht lange überlegen… ;-)

Nachfolgend eine kleine Checkliste – zur Verfügung gestellt von netdoktor.at – für diejenigen unter Ihnen, die sich noch nicht sicher sind, ob sie sich auch zu den Hypochondern zählen sollen:

1. Machen Sie sich oft Sorgen, möglicherweise eine ernsthafte Krankheit zu haben?
2. Werden Sie durch eine Vielzahl von Schmerzen geplagt?
3. Sind Sie sich oftmals der verschiedenen Vorgänge bewusst, die in Ihrem Körper ablaufen?
4. Machen Sie sich viel Sorgen um Ihre Gesundheit?
5. Haben Sie manchmal die Symptome einer sehr ernsthaften Krankheit?
6. Wenn Sie auf eine Krankheit aufmerksam gemacht werden (durch Fernsehen, checkbox, Zeitung oder einen Bekannten), machen Sie sich dann Sorgen, dass Sie diese Krankheit auch bekommen?
7. Wenn Sie sich krank fühlen und jemand sagt Ihnen, dass Sie bereits wieder besser aussehen – ärgert Sie das?
8. Finden Sie, dass Sie von einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome geplagt werden?
9. Ist es schwer für Sie, einmal nicht an sich zu denken, sondern an alle möglichen anderen Dinge?
10. Können Sie dem Arzt nur schwer glauben, wenn er Ihnen sagt, dass kein Grund zur Besorgnis besteht?
11. Bekommen Sie das Gefühl, dass die Leute Ihre Krankheit nicht ernst nehmen?
12. Denken Sie, dass Sie sich mehr Sorgen über Ihre Gesundheit machen als die meisten anderen Leute?
13. Denken Sie, dass mit Ihrem Körper ernsthaft etwas nicht in Ordnung ist?
14. Haben Sie Angst, krank zu werden?

P.S. Bei mir besteht doch noch die Hoffnung, dass ich diese Hypochondrie eines Tages ganz ablegen kann, denn in diesem einen Punkt werde ich scheinbar älter UND klüger… Der schwarze Punkt in meinem Aug war vermutlich schon immer da und an dem Kratzen waren die Kontaktlinsen schuld. Die setze ich seither nur mehr gelegentlich nachts ein. Dann nämlich, wenn ich was Scharfes träumen möchte… :-)

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Noch mehr Lesestoff gibt's hier: http://www.gesundheit.co.at/

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