Turbobier
„Simmering ist der schönste Ort der Welt“

Turbobier-Sänger Marco Pogo: "Simmering ist Heimat, Rückzugsort und Ideenquell."
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  • Turbobier-Sänger Marco Pogo: "Simmering ist Heimat, Rückzugsort und Ideenquell."
  • Foto: Arnold Burghardt
  • hochgeladen von Sabine Miesgang

Mit „King Of Simmering“ haben die Austropunks aus 1110 ein neues Album am Start. Die bz nutzte die Gelegenheit, um mit Sänger Marco Pogo über den besten Bezirk der Welt, die neuen Songs und die guten alten Zeiten zu reden, in denen es noch Schilling und Videokassetten gab.

Trotz großartiger Verkaufszahlen und internationaler Tourneen ist Marco Pogo am Boden geblieben. Der Sänger und selbsternannte „King Of Simmering“ bittet ganz bescheiden in einem Wirtshaus an der Simmeringer Hauptstraße zur Audienz und erklärt, was er an seinem Bezirk so schätzt: „Simmering ist Heimat, Rückzugsort und Ideenquell für mich. Natürlich ist Simmering auch ein tolles Platzerl zum Leben.“ Als kleinen Dämpfer bezeichnet er die Einführung der Kurzparkzone, aber trotzdem „ist Simmering nach wie vor der schönste Ort der Welt.“

Egal wo auf der Welt Turbobier auftreten, die Herkunft aus Simmering verschweigt die Band nie. „Das ist tatsächlich einer der Gründe, warum Turbobier auf der Bühne steht: Simmeringer Kulturgut in die Welt hinauszutragen. Ich erwarte mir vom Simmeringer Tourismusbüro, sofern es so etwas gibt, einen fetten Scheck – vierteljährlich, bitte!“, gibt Pogo selbstbewusst zu Protokoll.

„Heute fahr ma Polizei“

Mit der ersten Single, bei der Paul Pizzera mit an Bord ist, hat Turbobier schon für Aufregung gesorgt. „Kickl, heast Kickl, geh fia uns nu a Stickl!“, lautet eine Textzeile. Eine Reaktion aus dem Innenministerium gab es bisher noch nicht. „Meine Befürchtung, dass wir bei der Rückreise von einem Konzert im Ausland an der Grenze aufgehalten und an der Einreise gehindert werden, hat sich nicht bewahrheitet. Aber: Wie wir alle wissen, mahlen die Mühlen im österreichischen Beamtenwesen sehr langsam. Es kann also noch ein bisschen dauern.“

Die Zusammenarbeit mit Paul Pizzera hat Pogo sehr genossen: „Es war wunderbar, dass wir unserer Abneigung gegenüber der Exekutive auf diese Art und Weise Ausdruck verleihen konnten.“ Pizzera ist übrigens nicht der einzige Gast-Star am Album. Beim – laut Pogo autobierografischen – Song „Fassl“ ist Christopher Seiler zu hören. „Er mimt einen Proleten. Das kann er sehr gut“, ist Pogos verschmitzter Kommentar dazu.

Von Schilling und VHS

Mit dem Titel „VHS“ haben Turbobier ein sehr nostalgisches Stück am neuen Album. Die Abkürzung bezeichnet nicht die Volkshochschulen, sondern steht für „Video Home System“ – also Videokassetten. Marco Pogo beantwortet die Frage, wie viele der Turbobier-Fans diese Abkürzung wohl noch kennen: „Ganz wenige! Wobei Turbobier alle Altersgruppen anspricht. So wie Semino Rossi, da ist das ganz ähnlich. Ältere Fans benutzen Videokassetten vielleicht sogar noch!“

Bei „Tanke“ gibt die Band Preise auch noch in Schilling an. Warum das so ist, ist schnell erklärt: „Ich rechne nach wie vor alles in Schilling um“, erläutert Pogo. „Das ist für mich einfach einfacher. Den Umstieg auf Euro habe ich nie gepackt.“

Zur Sache: "King Of Simmering"

Das neue Album "King Of Simmering" enthält zehn neue Songs und ist seit 8. März 2019 im Handel erhältlich. Mehr Infos gibt's auf: www.turbobier.at

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