08.09.2014, 10:08 Uhr

Er teilt sich seine Zeit genau ein

Janko Ferks neues Werk, der Gedichtband "Brot und Liebe. Gesammelte Gedichte" ist im Verlag Styria Premium erschienen (Foto: KK)
ST. KANZIAN. Janko Ferk arbeitet als Richter, Autor und Wissenschafter in Klagenfurt. Kürzlich erschien sein neuestes Werk "Brot und Liebe. Gesammelte Gedichte.". Um seine drei Tätigkeitsfelder unter einen Hut zu bringen, hat sich der gebürtige St. Kanzianer ein strenges Zeitmanagement auferlegt.
WOCHE: Wie kamen Sie zum Schreiben?
FERK: Bereits zu Studienzeiten war Schreiben mein Ausgleich. Es hat mich schon immer interessiert. Franz Kafka und Peter Handke habe ich richtig studiert. Über Kafka habe ich auch meine Dissertation verfasst und weltweit Vorträge gehalten.
WOCHE: Wie kam es zu Ihrem aktuellen Werk "Brot und Liebe"?
FERK: Da meine älteren Gedichtbände zum Teil vergriffen sind, hatte ich Interesse daran alle meine Gedichte und Zyklen in einem Band zusammenzufassen.
WOCHE: Sie schreiben Lyrik und Prosa. Was liegt Ihnen mehr am Herzen?
FERK: Mir liegt beides am Herzen! Ich finde nur, dass Zeitungen zuwenig für Gedichtbände machen. Rezensionen sind aber sehr wichtig, dadurch wird der Verkauf besser.
WOCHE: Stichwort Verkauf: Verlage wettern gegen Amazon wegen seiner Verkaufsbedingungen. Was sagen Sie dazu?
FERK: Wenn sich Verlage zusammenschließen würden und mit einer Stimme sprechen würden, hätten sie mehr Macht. Aber sie werden nicht unter einen Hut zu bringen sein. Ich bin kein Gegner von Amazon. Meine Gedichtbände werden kaum in einer kleinen Buchhandlung aufliegen, auf Amazon gibt es sie.
WOCHE: Wie bringen Sie ihre drei Tätigkeiten unter einen Hut?
FERK: Ich habe die Dinge gerne geordnet und habe ein strenges Zeitmanagement. Mein Tag ist in Gerichts-, Universitäts- und Schreibzeiten eingeteilt. Unterbrochen wird der Zeitplan für die Nachrichten. Ich bin ein passionierter Zeit im Bild 2-Seher.
WOCHE: Was verbinden Sie mit ihrem Heimatort St. Kanzian?
FERK: St. Kanzian ist meine Ur-Heimat. Ich bin dankbar, dass ich in zwei Sprachen und zwei Kulturen aufwachsen konnte und eine sehr gute Volksschule besuchen konnte. Das war das Schöne, und natürlich der Klopeiner See. Damals waren es noch richtige Sommer...
WOCHE: Die Zweisprachigkeit sprechen Sie auch im Vorwort von "Brot und Liebe" an.
FERK: Seit die Ortstafelfrage gelöst ist, ist es kein Thema, kein Makel mehr. Minister Ostermayer hat hier viel geleistet. Keine Partei kann mehr auf dem Rücken der Slowenen einen Wahlkampf führen. Kärnten hat an Qualität dazugewonnen.
WOCHE: Könnten Sie sich vorstellen, wieder in St. Kanzian zu leben?
FERK: Durch Arbeit und Studium bin ich ein urbaner Mensch geworden. Ich brauche ein anonymes Umfeld für meine Arbeit. Freunde sind mir aber sehr wichtig. Ein sehr guter Freund von mir ist Eugen Freund, auch ein St. Kanzianer.
WOCHE: Was sind ihre nächsten literarischen Ziele?
FERK: Ich möchte meine Prosatexte in einem Buch zusammenfassen. Weiters bin ich auf der Suche nach einem historischen Datum, das sich in nächster Zeit jährt, so wie das Attentat von Sarajewo (Roman "Der Kaiser schickt Soldaten aus", Anmerk. d. Red.). Ich wäre sehr daran interessiert, wieder einen historischen Roman zu schreiben.
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