07.06.2017, 19:00 Uhr

Zertifikat für die Polizeiinspektion Völkermarkt

PI-Kommandant K. Slamanig, Innerwinkler, Grebenjak (v. li.)

PI Völkermarkt ist als erste im Bezirk als "Demenzfreundliche Dienststelle" ausgewiesen.

VÖLKERMARKT (sj). Die Sicherheitsakademie des Innenministeriums (SIAK) bietet in Zusammenarbeit mit der Donau-Universität Krems und der MAS-Alzheimerhilfe seit 2016 ein neues Online-Tool für Polizisten an, das sich mit Demenz beschäftigt. Unter dem Titel "Einsatz Demenz" lernen die Beamten in drei Modulen, die jeweils mit einer Prüfung enden, wie sie mit an Demenz erkrankten Personen besser umgehen können. Nach erfolgreichem Abschluss aller Module von mindestens 70 Prozent der Bediensteten einer Polizeiinspektion (PI), wird die Dienstelle von der Donau-Universität zertifiziert.

Erste Dienststellen

Unter den ersten drei Dienstellen in Kärnten, die diesen Online-Kurs absolviert haben, ist neben den PI Obervellach und Friesach auch die PI Völkermarkt. Österreichweit haben bis jetzt von insgesamt 883 Dienststellen 25 den Kurs besucht. "In Völkermarkt haben ihn von 30 Beamten auf der PI 24 abgeschlossen", ist Initiator Kontrollinspektor Gerald Grebenjak stolz. Die restlichen sechs Beamten befinden sich derzeit in Karenz oder sind anderen Bereichen zugeteilt.

Wissen über Demenz

"Wir haben unter anderem viel über die Krankheitsentstehung, den -verlauf und die Auswirkungen gelernt", berichtet Grebenjak. Besonders bei Diebstahls- oder Abgängigkeitsanzeigen ist das erworbene Wissen für die Polizisten hilfreich, da sie hier am häufigsten mit Demenzkranken in Berührung kommen.

Zeichen der Zeit

Bezirkspolizeikommandant Klaus Innerwinkler betont, dass die Polizei nicht nur in Sachen Internet-Kriminalität mit der Zeit geht, sondern auch bei diesem Thema vorne dabei sein will und muss: "Wir haben einige Altersheime im Bezirk. Man muss sich in die Situation von Demenzkranken hineinversetzen können, sonst hat man keinen Zugang zu ihnen." Dafür lernten die Beamten auch die Grundprinzipien der Kommunikation mit Demenzkranken und probten Praxisbeispiele.
"Die Prüfung ist zwar online, aber deshalb keine Alibi-Aktion", stellt Innerwinkler klar. Sie ist ähnlich aufgebaut wie eine theoretische Führerscheinprüfung.

Positives Feedback

Das Feeback der teilnehmenden Beamten war sehr positiv. "Das Wissen nützt nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im privaten Umfeld, da einige Kollegen auch im Verwandtenkreis demenzkranke Personen haben", sagt Grebenjak. Innerwinkler ergänzt, dass sich das Zertifikat, das übrigens alle drei Jahre erneuert werden muss, sehr gut in die Initiative des Innenministeriums "Gemeinsam.sicher" einfügt: "Hier gibt es in Völkermarkt die Initiative "Gemeinsam.sicher in den besten Jahren". Das passt perfekt zusammen."
Die Zertifikatsverleihung fand im Mai in der SIAK in Wien statt.

Zur Sache:

Statistik: Weltweit leiden derzeit 44 Millionen Menschen an Demenz, davon ca. 130.000 in Österreich. Laut Experten wird sich diese Zahl bis 2030 verdoppeln.
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