Das Haus Miriam der Caritas: Ein Ort, an dem man gut sein kann

Bezirksrätin Barbara Ruhsmann (Grüne, links) überbrachte Erna Nußbaumer den Dank des Bezirks für ihren Einsatz.
  • Bezirksrätin Barbara Ruhsmann (Grüne, links) überbrachte Erna Nußbaumer den Dank des Bezirks für ihren Einsatz.
  • hochgeladen von Christine Bazalka

WÄHRING. Das Haus Miriam ist eine Einrichtung für ehemals wohnungslose Frauen. Kommen zu Ihnen Frauen, die auf der Straße gelebt haben?
ERNA NUSSBAUMER: Es gibt Frauen, die auf der Straße gelebt haben, auch längere Zeit. Die haben es sehr schwer. Viele kommen aus der sogenannten versteckten Wohnungslosigkeit, haben etwa auf der Couch von Bekannten gelebt.

Welche Frauen kommen zu Ihnen?
Frauen jeden Alters, von 18 bis 60, wohnen bei uns. Sie sind auch aus unterschiedlichsten Ländern: Zu Weihnachten haben wir einmal gezählt, und es waren Frauen aus 29 Nationen bei uns und haben miteinander gefeiert. Gemeinsam ist ihnen, dass sie wohnungslos sind und in einer schwierigen Situation. Es kann sein, dass ihnen Kinder abgenommen wurden oder es psychische Erkrankungen oder Suchterkrankungen gibt.

Wie sieht der Alltag im Haus Miriam aus?
Es geht darum, dass die Frauen sich hier sicher fühlen, in Ruhe leben können und sie bekommen Unterstützung von den Mitarbeiterinnen. Die Frauen können, wenn sie nicht arbeiten, Portiersdienste übernehmen, kochen oder in der Reinigung mitarbeiten. Es gibt Angebote wie Yoga und regelmäßig Besuch von einer Frauenärztin und einer Psychiaterin.

Wie funktioniert das Zusammenleben?
Gut. Es ist wichtig, dass alle gemeinsam essen. Dass man bei Konflikten schaut, wie man sie miteinander lösen kann. Dass man gemeinsam etwas unternimmt. Das schafft auch Stabilität, denn es gibt Frauen, die haben überhaupt keine Kontakte mehr. Es geht um Hilfe durch die Mitarbeiterinnen, aber es geht auch darum, dass sie im Zusammenleben herausgefordert werden, weil es Konflikte und unterschiedliche Persönlichkeiten gibt.

Sie waren als Leiterin mehr als 20 Jahre verantwortlich für den Geist, der im Haus weht - was war Ihnen da wichtig?
Für mich war es immer wichtig, dass das Haus ein guter Platz ist. Hier können die Frauen gut leben und es gibt auch Sicherheit. Das hängt ebenfalls mit dem Bezirk zusammen: Wir haben noch nie mit den Nachbarn Probleme gehabt; der Standort ist gut: Ruhig, aber doch in Gürtelnähe. Es sollen sich die Frauen und die Mitarbeiterinnen wohlfühlen und gut arbeiten können.

Was hat sich verändert in den vergangenen 30 Jahren?
Mir kommt vor, als hätten die psychischen Erkrankungen zugenommen und die versteckte Wohnungslosigkeit. Es kommt vor, dass Frauen vor der Tür stehen, die wir abweisen müssen. Und die psychischen Krankheiten entstehen oft durch die hohen Belastungen. Für viele ist es nach wie vor ungewohnt, sich damit auseinanderzusetzen, Betroffene wie Angehörige.

Gelingt es, dass Frauen sich wieder in ein eigenständiges Leben aufmachen?
Ich finde, es gelingt sehr oft. Es ziehen immer wieder Frauen aus, wenn das Ziel erreicht ist. Wo wir vom Haus sagen, aber auch die Frau selbst: "Jetzt ist es gut."

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