Gedenktafel an das Rothschild-Spital enthüllt

Rothschild Spital
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Am 16. September enthüllten das WIFI Wien und das Währinger Bezirksmuseum im Haus am Währinger Gürtel 97 eine Gedenktafel zur Erinnerung an den früheren Standort des Krankenhauses.

Von 1873 an stand an der Stelle des WIFI Wien-Gebäudes das Rothschild-Spital der
Israelitischen Kultusgemeinde. Das Krankenhaus war während seiner Blütezeit auch die Heimstatt so berühmter Ärzte wie Viktor Frankl und Otto Zuckerkandl. Doch lange Zeit gab es außer alten Fotografien keinen einzigen Hinweis mehr auf das für die Geschichte Wiens und Währings so wichtige Rothschild-Spital.
Im Beisein von Fritz Gregshammer, dem Institutsleiter, sowie den Vertretern des Bezirksmuseums Paul Katt und Doris Weis enthüllten Herbert Bichl, Präsident des Museumsvereins, sowie Anton Gerald Ofner, der Kurator des WIFI, die Gedenktafel im Vorraum des Gebäudes. Im Rahmen der Feier wurde auch eine Kopie der Tafel an das Bezirksmuseum übergeben. „Mit dieser Gedenktafel wollen wir der wechselvollen und schicksalsträchtigen Geschichte des Rothschild-Spitals gedenken“, so Mag. Gregshammer in einer Aussendung. Darüber hinaus vereinbarten Ofner und Katt eine weitergehende Zusammenarbeit. Das WIFI bietet dem Bezirksmuseum an, Exponate des von Platzmangel geplagten Museums in seinen Räumlichkeiten auszustellen.

Vom Bau zur Gedenktafel
Das Rothschild-Spital, gegründet von Salomon von Rothschild, stand, was damals noch unüblich war, auch Patienten anderer Konfessionen offen und wurde großteils durch Spenden finanziert. Es gehörte auch zu den seinerzeit modernsten Krankenhäusern Europas. Mit dem Anschluss an Hitlerdeutschland 1938 begann für das Spital der Niedergang. Während des Krieges diente das Gebäude als Lazarett und trug schwere Bombenschäden davon. Nach dem Krieg noch als Lager für Vertriebene genutzt, scheiterte die Wiederaufnahme des Spitalbetriebs aus finanziellen Gründen. Das WIFI Wien ist seit 1960 im Besitz des Grundstückes und fand hier sein neues Zuhause. Da das Wirtschaftsförderungsinstitut die Räumlichkeiten nicht adaptieren konnte, musste der Bau aber abgerissen werden. Heute bietet das WIFI auf den nunmehr 63.000 Quadratmetern modernste Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch FH- Lehrgänge werden angeboten.

Sonderausstellung ab Oktober
Die Schaffung der nunmehr enthüllten Gedenktafel geht auf eine Initiative von Herbert Bichl zurück. Die Idee dazu hatte er vor rund vier Jahren, doch dauerte es bis heute, diese auch umzusetzen. Herr Bichl versucht schon seit einigen Jahren, die Erinnerung insbesondere an die reichhaltige und innige gemeinsame Vergangenheit des Bezirks und der jüdischen Gemeinde wachzuhalten. In diesem Rahmen wird es auch eine Sonderausstellung ab Oktober diesen Jahres geben, zu deren Eröffnung auch der
Israelische Botschafter in Österreich eingeladen ist.

Roland Granser

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