Kauvergnügen mit Kiefernharz

Sandra Falkner (l.) und Claudia Bergero mit ihrem "Alpengummi".
  • Sandra Falkner (l.) und Claudia Bergero mit ihrem "Alpengummi".
  • Foto: Max Spitzauer
  • hochgeladen von Mathias Kautzky

WÄHRING. Wissen Sie, was sich hinter dem Begriff "Kaumasse", der als Zutat für gängige Kaugummis auf der Verpackung angegeben ist, verbirgt? "Diese Kaumasse ist synthetischen Ursprungs, also in weiterer Folge ein Erdölprodukt", erklärt Sandra Falkner. "Sie enthält hormonell-ähnliche Stoffe, die wie Östrogene wirken. Kurz: Ein Kaugummi ist potenziell gesundheitsschädigend."

Die Idee kam auf der BOKU

Dass es auch anders geht, beweisen Falkner und ihre ehemalige Studienkollegin Claudia Bergero mit ihrem Bio-Kaugummi "Alpengummi", für den Harz aus Niederösterreich als Kaumasse dient. Der Idee liegt nicht, wie man meinen könnte, eine Passion für das Kaugummikauen zugrunde, sondern eine Lehrveranstaltung an der Universität für Bodenkultur. "Es ging um Innovationen im Forstsektor", so Bergero. "Wir sind auf Harz gekommen, das seit Generationen gekaut wird."

Kaupech aus Hernstein

"Älteren Generationen ist Kaupech noch ein Begriff. Pecherei ist ein Traditionshandwerk, das vom Aussterben bedroht ist", so Falkner, die in Hernstein in Niederösterreich den letzten harzverarbeitenden Betrieb Österreichs aufspürte. Ausgestattet mit dem Harz, wurden in der Margaretner Küche von Sandra Falkner die ersten Kaugummikochversuche unternommen. "Irgendwann ist etwas Kaubares dabei herausgekommen", sagt Bergero. Die Problemstellung der Lehrveranstaltung auf der Boku, die beide Margaretnerinnen mittlerweile abgeschlossen haben, gelöst, nahmen die Kaugummi-#+fabrikantinnen an einem Förderprogramm für Jungunternehmer des Austrian Wirtschaftsservice teil. Das Resultat soll nun Ende des Jahres in den heimischen Bio- und Regionalläden stehen. "Wir sind am Finalisieren, so ganz zufrieden sind wir mit dem Prototyp noch nicht", erklärt Falkner.

Auch wie "Alpengummi" in Serienproduktion gehen wird, ist noch nicht fix: "Entweder, wir machen eine eigene Produktion oder greifen auf Lohnhersteller zurück. Vielleicht meldet sich ja eine Firma", hofft Bergero und hängt einen Aufruf an die bz-Leser an: "Falls jemand Infos zu Kaupech und der historischen Verwendung von Harz hat, möge er sich bitte unter info@alpengummi.at melden!"

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