Kältetelefon
Zu Weihnachten wird etwas Wärme geschenkt

Für Miriam Kremshuber ist es der erste Weihnachtsdienst am Kältetelefon. Sie übernimmt die Frühschicht am 24. Dezember.
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  • Foto: Ulrike Kozeschnik-Schlick
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Am 24. Dezember macht Miriam Kremshuber freiwillig Dienst am Kältetelefon in der "Zweiten Gruft".

WÄHRING. Am Heiligen Abend macht die 30-Jährige Frühdienst am Kältetelefon in der Lacknergasse m 18. Bezirk. Seit drei Jahren hilft Kremshuber hier in der kalten Jahreszeit mit, um obdachlose Menschen von der Straße zu holen und mit einem warmen Platz in einer der Notschlafstellen zu versorgen. Nicht direkt, wie sie sagt. Das Kältetelefon ist die erste Anlaufstelle, bei der aufmerksame Mitmenschen melden, dass jemand bei winterlichen Temperaturen im Freien schläft.

Die konkrete Anfrage wird in den Computer getippt und geht direkt an die Streetworker, die mit dem Kältebus der Caritas zu den Betroffenen fahren. "Wir sind die Anlauf- und Kontaktstelle für rasche Hilfe. Es ist auch ganz wichtig, dass wir gleich am Telefon erfahren, ob es sich um einen echten Notfall handelt oder nicht. Denn sonst muss gleich die Rettung alarmiert werden", erklärt Kremshuber. Für die Büroangestellte ist es heuer der erste Weihnachtsdienst am Kältetelefon: Sie beginnt in der Früh und wird am Nachmittag zu ihren Eltern nach Mödling fahren und mit ihrer Familie gemeinsam Weihnachten feiern.

Freizeit für Mitmenschen

"Ich habe am 24. Dezember frei. Und ich dachte mir, es gibt doch nichts Schöneres, als einen so besonderen Tag damit zu beginnen, anderen aus ihrer Notlage zu helfen." Bedeuten weiße Weihnachten, die sich so viele wieder mal wünschen, auch mehr Stress am Kältetelefon? "Natürlich klingelt das Telefon öfter, je kälter es draußen ist. Ich erinnere mich noch gut an unsere Telefondienste im Jänner 2019 oder im Februar 2018. Da war es so bitterkalt, dass es am Kältetelefon 60 bis 70 Anrufe pro Stunde gab", erzählt sie. Aber: Jeder Dienst hinterlasse, egal wie stressig er war, ein gutes Gefühl, das man mit nach Hause nimmt.

Nicht zögern, anrufen!

"Viele Menschen wollen helfen, wissen aber nicht, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie im Winter einen obdachlosen Menschen sehen, der im Freien schläft oder sich gerade einen Schlafplatz herrichtet", sagt Alina Rheindorf von der Caritas. "Wenn man sich unsicher ist, ob man das Kältetelefon anrufen soll oder nicht, gibt es nur einen Rat: Bitte nicht zögern, sondern sofort anrufen!" Ihr Tipp: Die Nummer des Kältetelefons – es ist sieben Tage die Woche rund um die Uhr erreichbar – gleich ins Handy einspeichern. Denn je mehr Menschen die Nummer gespeichert haben und nicht zögern, anzurufen, umso schneller können die Caritas-Streetworker dort sein. Vor Ort bieten sie den Betroffenen individuelle Hilfe an, verteilen Schlafsäcke und bringen sie in eines der Notquartiere.

Zur Sache:
Das Kältetelefon der Caritas gibt es seit neun Jahren, seit drei Jahren sind auch Freiwillige im Einsatz. Heuer helfen 70 Ehrenamtliche und 50 weitere als Telefon-Dolmetscher in 22 Sprachen mit. Erreichbar ist das Kältetelefon unter 01/480 45 53.

Autor:

Ulrike Kozeschnik-Schlick aus Alsergrund

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