11.09.2014, 00:00 Uhr

Das unterschätzte Risiko im Mund

(Foto: Foto: Archiv)

Zahnfleischbluten und Mundgeruch sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn Parodontitis kann ganzheitlich schaden.

(skl). Es beginnt meist ganz unauffällig: Beläge (Plaques) an Zähnen und Zahnfleischrändern bilden den idealen Tummelplatz für Bakterien, die sich von Speiseresten im Mund ernähren. Die dabei entstehenden Stoffwechselprodukte reizen das Zahnfleisch, das mit einer Entzündung reagiert.
In diesem Stadium kommt es meist zum ersten sichtbaren Symptom: Zahnfleischbluten. Das entzündete Zahnfleisch löst sich allmählich leicht vom Zahn. Die Beläge verhärten, Zahnstein entsteht, der sich bald auch unter dem Zahnfleischrand breit macht. Später kann es zu Zahnfleischtaschen kommen, in denen sich die Bakterien ungestört vermehren können. Speisereste, Zahnbelag und oft auch Eiter verursachen Mundgeruch, das Zahnfleisch zieht sich weiter zurück – rund drei Millimeter pro Jahr. Unbehandelt bedeutet das laut Ärzten nach etwa sieben Jahren den Verlust des betroffenen Zahnes, u. a. deshalb, weil mit fortschreitender Parodontitis auch Haltefasern und Knochen abgebaut werden.

Parodontitis ist gefährlich

Seit einigen Jahren weiß man zudem, dass unbehandelte Parodontitis nicht nur Zahnverlust verursacht, sondern auch gesundheitliche Probleme.
Die in den Zahnfleischtaschen lebenden Bakterien und Entzündungsbotenstoffe (Zytokine) wandern über die Blutgefäße durch den Körper: Dadurch ist das Risiko für Schlaganfall verdreifacht, das für Herzinfarkt verdoppelt. Darüberhinaus kommen Infektionen der Atmungsorgane zwei- bis viermal häufiger vor.

Besser vorbeugen

Ohne Zahnbelag gibt es keine Karies und auch keine Parodontitis. Sorgfältige und regelmäßige Zahnreinigung und Mundhygiene sind daher als Prophylaxe unerlässlich: Theoretisch reicht ein- bis zweimal täglich gründliche Zahnreinigung aus. Der Zeitpunkt ist egal, denn die Plaque braucht 24 Stunden bis sie aushärtet. Besonders wichtig ist: • zumindest einmal täglich auch die Zwischenräume mit Zahnseide zu reinigen und den Mundraum zu spülen • nur mit sanftem Druck zu putzen, um den Zahnschmelz nicht zu schädigen • nach sauren Speisen oder Getränken sollte man mit dem Putzen mindestens eine Stunde zuwarten.
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