04.07.2017, 15:43 Uhr

"Anrainer sind besorgt wegen Vereinen"

Von links: Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner, Bürgermeister Andreas Rabl, Vizebürgermeister Gerhard Kroiß und Wirtschafts-Stadtrat Peter Lehner (ÖVP) präsentierten im Vorjahr den Sicherheits-Ratgeber. (Foto: Hollig)

Die FPÖ spricht von zwei "Hinterhofmoscheen". Polizei sieht keine Hinweise auf Radikalismus.

WELS. Die Koalitionsparteien FPÖ und ÖVP äußerten in Wels Bedenken über zwei islamische Vereine. Laut FPÖ seien sowohl "Sahwa" in der Bahnhofstraße als auch "Markaz" in der Lindenstraße als "Hinterhofmoscheen" bekannt. "Das ist ein Treffpunkt für streng gläubige Salafisten und Islamisten. Außerdem besteht bei den Räumlichkeiten der Vereine der Verdacht, dass immer wieder Prediger hinkommen, die als radikale Islamisten einzustufen sind", führt Bürgermeister Andreas Rabl aus. So habe Sahwa bereits die beiden Prediger Pierre Vogel und Muhammed Ciftci eingeladen. Im Zuge des Auftretens von Ersterem seien zudem dessen DVDs verteilt worden. "Das ist weit weg von westlicher Gedanken- und Kulturwelt", sagt Sicherheitsreferent Gerhard Kroiß (FPÖ). Vor dem Vereinslokal von Markaz seien in letzter Zeit vermehrt Fahrzeuge mit französischen sowie belgischen Kennzeichen gesichtet worden.

"Was passiert dort?"

Anrainer haben sich laut Kroiß besorgt gezeigt: "Die wollen wissen, was dort passiert. Sind diese Treffen unverfänglich oder werden gar Menschen radikalisiert?" Subventionen der Stadt bekämen die beiden Vereine keine. Die ÖVP fordert einen Sicherheitsgipfel und dass die Ordnungswache zur Beobachtung an die beiden "brisanten" Plätze abgestellt wird. Dem schiebt die FPÖ jedoch einen Riegel vor: "Die Ordnungswache schaut bei Rundgängen und -fahrten dort vorbei, aber eine Abstellung geht in keinster Weise. Es wird auch keinen Sicherheitsgipfel geben, dafür aber einen Termin mit der Landespolizeidirektion auf politischer oder Sicherheitsbeirat-Ebene", sagt Kroiß. "Die Zusammenarbeit mit der Polizei im Zusammenhang mit der Bekämpfung radikal-islamischer Aktivitäten in Wels funktioniert reibungslos. Zusätzlich wünschenswert wäre, den Verfassungsschutz von Linz wieder nach Wels zu verlegen, um eine ständige Vor-Ort-Beobachtung sicherzustellen." Auch Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner lehnt den Sicherheitsgipfel und das Postieren von Ordnungswachen ab. Er sehe keine konkreten Hinweise darauf, dass bei Sahwa oder Markaz "irgendetwas nicht rechtens ist". Sie würden daher nicht intensiver kontrolliert als andere Vereine. "Das Landesamt für Verfassungsschutz ist für Angelegenheiten wie radikale Islamisierung zuständig. Wir stimmen uns mit ihm ab, bisher gab es nichts Ungewöhnliches." Nur der Vorfall mit Pierre Vogel sei vor einigen Jahren abgeklärt worden.

"Nicht verunsichern!"

Auch SPÖ-Obmann Klaus Hoflehner besänftigt: "Man sollte die Menschen nicht verunsichern! Ich vertraue der Polizei und dem Verfassungsschutz, verstehe es aber auch, wenn man in Zeiten wie diesen eine erhöhte Sensibilität an den Tag legt." Eine Kontaktaufnahme mit den beiden Vereinen war der BezirksRundschau aufgrund eines ausgeschalteten Handys beziehungsweise nicht angegebener Kontaktdaten nicht möglich.
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