14.03.2016, 10:17 Uhr

Im Mostviertel liegt ein "Original" vom Kreuze Jesu

Frater Antonius Weber und Pater Matthäus Kern vor dem Kreuzaltar in der Stiftskirche in Seitenstetten.

In Seitenstetten verbirgt sich eine ganz besondere Reliquie – es soll ein Partikel des Kreuzes Christi sein.

SEITENSTETTEN. In einem Seitenaltar der Stiftskirche in Seitenstetten thront umgeben von Äbten und Heiligen, eingefasst in ein silbernes Kreuz, ein ganz besonderes Stück Holz. Es handle sich um einen "großen Partikel" des Kreuzes Christi, erklärt Pater Matthäus Kern.

Viele offene Fragen

Wie und wann das Stück nach Seitenstetten gelangte, ist nicht geklärt, ebenso könne man heute nicht sagen, wie der Partikel genau aussehe, da das Behältnis schon seit Jahrzehnten, wenn nicht gar seit Jahrhunderten, nicht mehr geöffnet wurde. Eventuell bei einer Renovierung in den 70er Jahren, Genaueres gebe es dazu allerdings nicht.

Seit "langer Zeit" im Stift

Feststeht allerdings, 1695 wurde die ehemalige Placiduskapelle zur Kreuzkapelle umgestaltet. Der Reliquienkult war damals im Barock sehr ausgeprägt und ein Ausdruck der damaligen Frömmigkeit.
Das Holz des Kreuzes sei allerdings bereits länger im Besitz des Stiftes, aus den Archiven geht hervor, dass es sich schon seit "langer Zeit" hier befinde, so Pater Matthäus Kern.

Eine Frage des Glaubens

Einer besonderen Verehrung wird dem Partikel allerdings nicht zu teil. Öfters würden Menschen davor beten, erzählt der Pater. Zudem würde der Altar etwa zum Fest der Kreuzerhöhung geschmückt. "Wir gehen nicht spurlos daran vorbei", meint er.
Es heißt, "würde man alle Partikeln zusammensetzen, gebe es mehrere Kreuze Christi". Dennoch glaubt Pater Matthäus Kern an die Echtheit und verweist gleichzeitig darauf, dass hier nicht ein Stück Holz angebetet wird.
Die Reliquie sei vielmehr eine Art Vermittler, der zu Gott hinführen soll. So sei es für den Glauben gar nicht entscheidend, ob der Partikel im Seitenaltar der Stiftskirche tatsächlich vom Kreuz Christi stammt.
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