21.09.2016, 17:36 Uhr

Buslinie gestrichen: Fahrer muss Schulkinder stehen lassen

Der Betrieb an der Bushaltestelle Rasthausstraße/Eulenstraße wurde nun nach Auflassung der Buslinie 406 eingestellt.

Der OÖ Verkehrsbund strich die Buslinie 406 von Ennsdorf nach Enns. Vor allem Schüler sind davon betroffen.

ENNSDORF (km). Jahrelang hatten die Ennsdorfer Schüler kein Problem in die Schule zu kommen. In diesem Schuljahr sieht die Situation anders aus. Denn: Nicht alle Schüler können mit dem Bus nach Enns in die Schule fahren. Grund dafür ist die gestrichene Buslinie 406, welche der OÖ Verkehrsverbund aus wirtschaftlichen Gründen einstellte. Die besagte Linie brachte die Schüler von den Haltestellen Rasthausstraße/Eulenstraße und Schulstraße nach Enns in die Schule. Mehr als 40 Kinder und Jugendliche sind betroffen.

"Die Stimmung ist derzeit aufgeheizt", erklärt Bürgermeister Alfred Buchberger (SPÖ) auf Nachfrage der BezirksRundschau. "Es haben schon genug Eltern deswegen bei mir vorgesprochen." Die betroffenen Eltern seien verständlicherweise sehr aufgebracht. "Sie wurden über diese Änderung nicht in Kenntnis gesetzt." Zwar seien die Schulen noch vor Ferienstart über dieses Vorhaben informiert worden, jedoch hätten sie dies nicht an die Eltern weitergegeben.

18 Kinder vom Busfahrer zurückgelassen

"Zu meiner Zeit gab es zwei Buslinien, die uns Schüler immer nach Enns gebracht haben. Die waren damals schon fast voll", erklärt die Schwester einer Betroffenen heute morgen, 21. September, beim Lokalaugenschein. "Rund 20 Schüler werden heute im Bus keinen Platz finden", schätzt die Ennsdorferin. Sie soll recht behalten. 18 Schüler wurden vom Busfahrer stehen gelassen. Sie hätten im überfüllten Bus ohnehin keinen Platz mehr gefunden.

Die Eltern wissen natürlich von diesem Problem. Seit Schulstart warten deshalb einige Elternteile bei der Bushaltestelle, um ihre Kinder gegebenenfalls mit dem Auto zur Schule zu bringen.

Lösung in 14 Tagen

Aufgrund der derzeitigen Situation wandte sich Bürgermeister Buchberger per Mail an den Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ). Auch von den zuständigen Landräten in Nieder- und Oberösterreich erbat der Ennsdorfer Hilfe. "Bis jetzt habe ich nur Antwort vom oberösterreichischen Landesrat bekommen. Landesrat Steinkellner teilte mir in eine Mail mit, dass Oberösterreich nicht zuständig ist." Da die stehen gelassenen Kinder aus Niederösterreich sind, fühle sich das Land Oberösterreich nicht verantwortlich, so Buchberger.

Sein Einsatz dürfte sich dennoch gelohnt haben. "Vergangenen Freitag habe ich zwei Mal mit Herrn Pogadl vom VOR telefoniert. In den nächsten zwei Wochen soll es eine zufriedenstellende Lösung geben", berichtet Buchberger. VOR ist als Verkehrsverbund für die Länder Niederösterreich, Wien und Burgenland zuständig. "Dies ist auch wirklich wichtig. Es darf nicht sein, dass die Lösung wieder aufgeschoben wird." Für ihn sei die einzig mögliche Lösung, dass die Busverbindung wieder kommt.

"Wie stehen in Kontakt mit den Kollegen aus Oberösterreich und arbeiten derzeit intensiv an einer Lösung", erklärte Jürgen Pogadl, Mitarbeiter des VOR. VOR habe im Bereich Ennsdorf eine länderübergreifende Kooperation mit dem OÖ Verkehrsverbund. Zwar liege Ennsdorf auf niederösterreichischem Gebiet, jedoch werden die betreffenden Buslinien von Oberösterreich betreut. "Wir arbeiten daran diese so schnell wie möglich umzusetzen. Binnen 14 Tagen sollte dies schaffbar sein."
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