19.05.2016, 09:24 Uhr

First Lady! First Sister?

In ihrem Haus in Pregartsdorf gewährt Brigitte Scheuwimmer Einblick in den privaten Familienalbum. Zuletzt hat sie ihren berühmten Bruder am 8. Mai anlässlich des Muttertages getroffen. (Foto: BRS/Roland Wolf)

53-jährige Pregartnerin ist die Schwester von FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer.

PREGARTEN. „First Lady“ von Pregarten ist sie bereits seit 1999, als sie Bürgermeister Anton Scheuwimmer das Ja-Wort gegeben hat. Und schon in wenigen Tagen könnte sie zur „First Sister“ von Öster-reich aufsteigen, denn Brigitte Scheuwimmer ist die Schwester von Norbert Hofer, der gute Aussichten hat, Bundespräsident zu werden.

Um Norbert gekümmert
Brigitte hat sich seit jeher um ihren kleinen Bruder gekümmert. „Kinder sind meine Berufung, das habe ich schon gemerkt, als ich selbst noch ein Kind war“, sagt Scheuwimmer. „Am Norbert habe ich immer ein bisschen üben können.“ Tatsächlich hat sie eine pädagogische Karriere eingeschlagen, die sie von der Bakip Oberwart bis zur Leitung des Kindergartens Pregarten führte. Kürzlich hat sie dort aufgehört, um sich ganz ihrer Familie, dem Haus und dem Garten widmen zu können. „Im Herbst steige ich dann ein paar Stunden beim Familienbundzentrum ‚Lichtblick‘ ein“, erzählt die Oma von Emil, Emma und Niklas.

Auf ihren kleinen Bruder ist sie selbstverständlich sehr stolz. Es tut ihr weh, wenn er in Medienberichten ins rechtsextreme Eck gedrängt wird. „Das ist nicht der Norbert“, sagt sie. „Er ist ruhig, konsequent, ausdauernd, kämpferisch und humorvoll.“

Aufgewachsen sind die Hofers in Pinkafeld in einem konservativen, von christlichen Werten bestimmten Milieu. „Unser Vater war ein Schwarzer“, sagt Scheuwimmer. Bis es parteiinterne Reibereien gab und er zur FPÖ wechselte. Zu jener Partei, in der Norbert Hofer so große Karriere macht, dass sie ihn am 22. Mai sogar auf den Olymp führen könnte.

Wie wird das dann werden?
Und genau das ist es, was Brigitte Scheuwimmer auch ein bisschen verunsichert. „Meine Mama fragt immer: Wie wird das dann werden?“ Und sie selbst stellt sich die Frage, wie das polizeiliche Begleitaufgebot ausschauen wird, wenn Norbert Hofer sie in seiner Funktion als Bundespräsident in der kleinen Ortschaft Pregartsdorf besucht.

Dass ihr Ehemann bei der ÖVP ist und ihr Bruder bei der FPÖ, stellt für sie kein Problem dar. „Wir haben auch Sozialdemokraten in unserer Familie.“ Genauso wie im Hause Hofer in Pinkafeld wird auch im Hause Scheuwimmer viel und heftig politisiert. „Der Toni und der Norbert verstehen sich übrigens sehr gut. Sie sind ja beide keine verbohrten Parteisoldaten und sehr offen.“
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