07.04.2016, 10:07 Uhr

Harte Kritik von Bgm. Posch an der Flüchtlingsbetreuung in der Haller Traglufthalle

Die Traglufthalle in der Haller Zollstraße bietet Platz für 240 Asylwerber.
HALL. Anfang des Jahres wurde das neue Asylwerberheim in der Traglufthalle in der Haller Zollstraße in Betrieb genommen. Mit der Art und Weise, wie das Heim geführt wird, ist die Haller Bürgermeisterin Eva Posch (ÖVP) aber überhaupt nicht zufrieden: „Ich fordere ein professionelles Vorgehen seitens der Tiroler Sozialen Dienste (TSD) ein. Dafür muss die zuständige Landesrätin Baur endlich Sorge tragen. Es kann nicht sein, dass zu wenig bis gar kein Betreuungspersonal vor Ort ist, dieses ständig wechselt und kein Ansprechpartner vor Ort ist.“
Posch betont jedoch, dass sich nach einem sehr holprigen Start beim Einzug der Flüchtlinge die Situation durch ein Machtwort des Landeshauptmannes gebessert hätte. Platter sei es auch zu verdanken, dass alle schulpflichtigen Kinder mittlerweile einen Schulplatz hätten und durch das Land Tirol Sprachlernklassen eingerichtet wurden. Auch hätte er den TSD aufgefordert, Personal bereitzustellen. Dies würde langsam fruchten.

Immer genug Personal

Die angesprochene Landesrätin Christine Baur (Grüne) verweist darauf, dass es immer genug Personal gegeben habe. Durch Krankenstände waren jedoch Verschiebungen nötig, welche mit einer gewissen Vorlaufzeit erledigt werden konnten. Neben dem BetreuerInnenteam, das in der Traglufthalle Hall im Einsatz ist, gibt es seit Eröffnung der Traglufthalle ein Sicherheitsdienst vor Ort, der rund um die Uhr anwesend ist, wodurch zu jeder Tages- und Nachtzeit jemand erreichbar ist. Zusätzlich dazu wurde kürzlich von der Tiroler Landesregierung ein Betreuungs- und Sicherheitspaket von der Tiroler Landesregierung für größere Asylunterkünfte beschlossen, das zahlreiche Maßnahmen vorsieht – unter anderem auch die Aufstockung des Betreuungs- und Sicherheitspersonals und ein durchgehend erreichbarer Journaldienst der TSD. Insgesamt werden 30 Personen zusätzlich bei der TSD für eine erweiterte Betreuung in den Unterkünften sorgen.

Viele ehrenamtliche Helfer

Posch bedankt sich „für die viele ehrenamtliche Hilfe aus der Bevölkerung. Dadurch und auch durch die Kompetenz, die Hall mit Flüchtlingen hat, fangen wir viel an Defiziten auf.“ In den letzten Woche sei es immer wieder vorgekommen, dass hilfsbereite Menschen nichts für die Flüchtlinge tun konnten, weil sie beim TSD keinen Ansprechpartner gefunden hätten. Auch bei der Vermittlung von gemeinnütziger Arbeit habe vieles nicht geklappt.

Ist der Überdruck ungesund?
Posch bezweifelt auch, ob Traglufthallen überhaupt eine geeignete Flüchtlingsunterkunft seien. "Die Traglufthallen seien wirklich suboptimal. Fehlendes Tageslicht, der Überdruck im Inneren sowie ein Mangel an Privatsphäre aber auch der Geräuschpegel würde nicht dazu beitragen, dass die ohnehin gestressten Flüchtlinge endlich zur Ruhe kommen könnten", so Posch.
Der Überdruck in den Traglufthallen ist allerdings sehr gering und beträgt nur ca. 2,5 Millibar. Da der Luftdruck ca. pro 8 m um ein Millibar abnimmt, ergeben 20 m Höhenunterschied ungefähr die gleichen Luftdruckverhältnisse wie in der Halle. In der Traglufthalle in der Zollstraße ist der Luftdruck also nicht höher wie am tiefergelegenen Unteren Stadtplatz.
Ihr wären kleinere Unterkünfte auch lieber, auf Grund der großen Zahl von Flüchtlingen habe sich das Land aber entschieden, mehrere Traglufthallen anzuschaffen. Die Traglufthallen wären nicht optimal, aber gesundheitlich unbedenklich, erklärte LR Baur.
Link zum Kommentar: Haller Traglufthalle erfüllt ihren Zweck
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