24.09.2016, 00:00 Uhr

Rote Hoffnung verschwindet vom SP-Schirm

Der Roppener Bürgermeister und SP-Parteivorsitzender Ingo Mayr hat nach parteiinternen Querelen nun endgültig das Handtuch geworfen und wird beim kommenden Parteitag den Vorsitz zurücklegen. Damit ist er mit seiner Forderung nach einem Landtagsmandat furios gescheitert - und das wegen der "Unbeugsamkeit" seiner eigenen Parteikollegen. Es fehlte nämlich an den Verzichtserklärungen der Parteigenossen aus dem Unterland, die den Weg für Mayr freimachen hätten sollen. Nachdem Mayr vielfach als "Kaiser ohne Land", sprich ohne Landtagsmandat bezeichnet wurde und es in der Tiroler SPÖ offenbar unüberbrückbare Gräben gibt, zog der Oberländer nun die Konsequenzen. Der Noch-Parteivorsitzende erklärte gegenüber den Bezirksblättern: "Für mich ist die Sache natürlich eine große - auch menschliche - Enttäuschung. Gerhard Reheis hat mit persönlich versprochen, dass er 2017 seinen Rückzug antritt. Warum die Weichen nicht in die für mich logische Richtung gestellt wurden, ist mir ein Rätsel. Ich bin aber noch immer ein überzeugter Sozialdemokrat und werde in verschiedenen Gremien weiterarbeiten, wenn das gewünscht ist. Überregionale Aufgaben werde ich aber wohl keine mehr wahrnehmen. Als Bürgermeister und FSG-Betriebsrat bin ich aber auch sehr gut ausgelastet." Klubobmann Gerhard Reheis, der politische Ziehvater von Mayr, wehrt sich gegen den Vorwurf, ein Sesselkleber zu sein und seinen Schützling nun aus parteipolitischem Kalkül fallen gelassen zu haben. "Ich bin nicht das Hindernis, warum der Ingo nicht in den Landtag einziehen kann. Es wurde eine Landesliste beschlossen, dem Parteichef Ingo Mayr haben vier oder fünf Verzichtserklärung gefehlt. Das wäre auch erforderlich gewesen, wenn ich meinen Stuhl geräumt hätte. Ich will das aktuelle Restmandat jedenfalls um jeden Preis im Oberland behalten" meint Reheis. Zwischen den beiden Oberländer SP-Politikern ist jedenfalls nicht mehr alles eitel Wonne und die ohnehin am Rande der Bedeutungslosigkeit dümpelnde Partei steht vor einer nächsten Zerreißprobe. Sollte am Parteitag am 5. Oktober nicht der Fließer Bürgermeister Hans Peter Bock auf Gabi Schießling in den Landtag folgen, dann wäre der von Gerhard Reheis wenig geliebte Klaus Gasteiger der nächste Kandidat - was nicht einer gewissen Pikanterie entbehrt.
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