16.09.2016, 08:30 Uhr

Nockhof: Selbst Unterschriften nützen nichts

Ein Ausstieg beim Nockhof ist nicht mehr möglich. Die Behörde hat dies ausdrücklich untersagt. (Foto: Hassl)

Hunderte haben für Ausstieg bei der Mittelstation der Muttereralmbahn unterschrieben: vergeblich.

Für Hans und Sylvia Heinz läuft das Geschäft nicht mehr ganz so toll. Die beiden Pächter des Nockhof oberhalb von Mutters haben mit unerwarteten Schwierigkeiten zu kämpfen. 80 Meter entfernt von ihrem Almgasthaus befindet sich die Mittelstation der Muttereralmbahn. Viele Jahre lang kamen Stammgäste auf diesem Weg zu ihnen. "Seit etlichen Monaten darf niemand mehr bei dieser Station aussteigen. Das ist für uns ein enormer wirtschaftlicher Schaden", klagt Hans Heinz. Der Pachtvertrag, der auf seine Frau läuft, wäre in zwei Jahren zu Ende. Beide wollen dann in Pension gehen. "Wenn sich wenigstens die Verantwortlichen der Bahn mit uns an einen Tisch setzen würden, um für diesen kurzen Zeitraum eine Lösung zu finden", wünscht sich der 56-Jährige. Sogar eine Unterschriftenliste hat er aufgelegt, die bereits von über 800 Personen unterzeichnet wurde.


"Rechtlich unmöglich"

Der Bürgermeister von Mutters, Hansjörg Peer, stellt jedoch unmissverständlich klar, dass es keine Möglichkeit gibt, an dieser Situation noch etwas zu ändern. "Die Mittelstation war nie als Ausstiegsstelle geplant. Dafür fehlen die baulichen Voraussetzungen", betont Peer. Lange Zeit wurde der Ausstieg von Fahrgästen "geduldet", doch das sei nun nicht mehr möglich. "Der Pächter hat in sozialen Medien diese Ausstiegsmöglichkeit beworben, wodurch die Eisenbahnbehörde darauf aufmerksam wurde und dies unmissverständlich untersagt hat", erklärt Peer. Eine bauliche Adaptierung der Mittelstation der Bahn sei aus Kostengründen auch nicht machbar. Dies würde, so rechnet Peer vor, zumindest 500.000 Euro kosten – wahrscheinlich deutlich mehr.
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