27.05.2016, 21:54 Uhr

Deutschunterricht: sehr gut für die Frau Lehrerin

Bei Kindern schon in der Volksschule die Lust am selbst Geschriebenen und am Lesen und Sprechen erwecken.

GROSSRUSSBACH. Eine Studie des Bildungsministeriums zeigt die Hälfte der Volksschulabgänger mit guten oder sehr guten Kompetenzen beim Lesen, Schreiben und Verstehen, am unteren Ende der Skala erreichen 15 % die Ziele in mindestens drei getesteten Bereichen jedoch nicht. Wie ambitioniert Deutschunterricht in Volksschulen abgehalten wird, zeigen wir stellvertretend für die vielen motivierten Pädagoginnen an zwei Beispielen der Volksschule Großrußbach.

Sabine Schallgruber unterrichtet Deutsch nach der Methode des selbstverantwortlichen Schreibens nach Marion Bergk. Dabei wird von Anfang an direkt mit Wörtern gearbeitet, diese werden in die einzelnen Buchstaben zerteilt, wieder zusammengesetzt und danach mit vielen Farben nachgezogen. Dadurch sammeln die Kinder rasch einen Grundwortschatz, aus dem sie bald eigene kleine Sätze aus ihrem Lebensumfeld bilden. Das Schreiben steht dadurch im Zeichen einer Selbstreflexion und eines Gedankenaustausches mit anderen. "Die Kinder haben keine Hemmung, eigene Sätze und später Geschichten zu schreiben und die Rechtschreibung ist bereits jetzt in der zweiten Klasse deutlich sicherer", ist Schallgruber begeistert. "Besonders freue ich mich über die Frage: Darf ich noch eigene Sätze dazuschreiben?"

In der vierten Klasse unterrichtet Alexandra Schmiedl. Sie hat das Kinderbuch "Mats und die Wundersteine" in allen Unterrichtsfächern aus verschiedensten Blickwinkeln erarbeiten lassen. Wortspiele, Textbearbeitung, Kreuzworträtsel, Berechnungen und Sachaufgaben, alles war dem Buchthema "nachhaltiger Umgang mit Resourcen" gewidmet. "Dadurch bleibt dieses Buch bei jedem Schüler lange im Gedächtnis, denn es wurden alle Sinne angesprochen," erklärt Schmiedl. Die Auseinandersetzung mit dem Stoff gipfelte in der Aufführung eines Theaterstückes, das die Kinder für sich adaptierten und auch im Fach Werken die Requisiten dafür herstellten. "Theater spielen hat eine eigene Dimension, denn alle müssen sich aufeinander verlassen können. Wenn einer auslässt, ist das ganze Projekt in Gefahr," beschreibt Schmiedl die größere Dimension einer Bühnenaufführung.

Direktorin Martina Heger ist voll des Lobes für ihre Pädagogen. "In den Klassen wird offenes Lernen praktiziert, das heißt es gibt nur selten Frontalunterricht. Unsere Kinder sind gewohnt in verschiedenster Form und im eigenen Tempo eigenverantwortlich zu arbeiten, niemand trödelt." Heger ist neben Großrußbach auch noch für die Volksschule Ernstbrunn verantwortlich, da ist der Zeitwand durch doppelte Administration und Veranstaltungen natürlich recht hoch. "In den letzten Wochen war ich auf sechs Erstkommunionsfeiern," schmunzelt die zweifache Schulleiterin.
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