31.08.2016, 11:23 Uhr

Über das "vergessene Lager" in Wörgl

Historiker Erich Schreder bei der Recherche im Wörgler Stadtarchiv mit Aaron Peterer und den Stadtarchiv-Mitarbeitern Helmut Wechner und Hans Gwiggner. (Foto: Veronika Spielbichler)

Ende 1941 wurde in Söcking das "Durchgangslager Wörgl" errichtet. Eine Ausstellung soll nun dieses dunkle Kapitel Wörgler Geschichte beleuchten.

WÖRGL. An ein dunkles Kapitel Zeitgeschichte erinnert die Ausstellung „NS-Zwangsarbeit – das vergessene Lager in Wörgl“, die am Donnerstag, dem 8. September um 19 Uhr in der Galerie am Polylog in Wörgl mit einem Vortrag des Historikers Erich Schreder eröffnet und bis 20. September zu sehen sein wird. Das Ausstellungsprojekt wird als Beitrag zur Erinnerungskultur vom Heimatmuseumsverein Wörgl in Kooperation mit dem Anne Frank Verein Österreich umgesetzt.


Schreder sammelt seit Jahren historisches Material zum "Durchgangslager Wörgl", das nun Grundlage für die Ausstellung ist. An der Mündung der Brixentaler Ache in den Inn wurde Ende 1941 in Wörgl-Söcking das "Durchgangslager Wörgl" errichtet und vom Landesarbeitsamt verwaltet. Das Lager, bestehend aus 18 Unterkunfts- und vier Verwaltungsbaracken samt Entlausungs- und Desinfektionsstation, hatte eine Aufnahmekapazität von 750 bis 800 Mann, teilweise waren dort bis zu 1.200 Menschen untergebracht. Von Mai 1942 bis September 1944 wurden 34 Transporte mit fast 32.000 Personen durchgeschleust.

Im Vorfeld der Ausstellung organisierte Aaron Peterer, Koordinator des Anne Frank Vereins Österreich, mit seinem Team Anfang Juli einen Filmworkshop für zwölf Schüler des BRG Wörgl, in dessen Rahmen sich die Jugendlichen auf Spurensuche begaben und sich sowohl mit dem Durchgangslager als auch mit anderen Erinnerungsstätten an die NS-Vergangenheit in Wörgl auseinandersetzten.
Die Recherche von Hintergründen war ebenso Bestandteil des Workshops, wie die Suche nach Interview-Partnern, das Erarbeiten von Fragen und der Filmdreh an den Schauplätzen. Entstanden sind zwei spannende Videofilme über das Durchgangslager sowie über den Wörgler „memory walk“ und Verbesserungsvorschläge für die Wahrnehmung der Gedenkstätten.

Gezeigt werden die Filme im Rahmen der Ausstellung „NS-Zwangsarbeit: Das vergessene Lager in Wörgl“ in der Galerie am Polylog, die am Donnerstag, 8. September 2016 um 19 Uhr mit einem Vortrag über das Durchgangslager des Historikers Erich Schreder eröffnet wird.
Die Öffnungszeiten sind: donnerstags und freitags von 16:30 bis 18:30 Uhr, samstags von 10 bis 13 und 14 bis 16 Uhr.
Für Schulen und Gruppen besteht auch außerhalb dieser Zeit die Möglichkeit zum Besuch, Informationen und Anmeldung bei Helmut Wechner (Tel. 0699-10626395). Der Eintritt ist frei.
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