29.04.2016, 09:10 Uhr

Eine Million LKW-Fahrkilometer werden eingespart

Norbert Pfeifer (EWA St. Anton), DI Michael Rainer (Bauamt/Gemeinde St. Anton), DI Mag. (FH) Karl Schobel (GF EWA St. Anton), Bgm. Helmut Mall und Erwin Falch (Erdbau Falch) auf der neuen Maienwasen-Deponie in St. Anton. (Foto: EWA St. Anton/Lisi Zangerl)

St. Anton am Arlberg: Die neue Bodenaushubdeponie Maienwasen mit einem Lagervolumen von rund 200.000 Tonnen steht kurz vor der Inbetriebnahme.

ST. ANTON. Nach Erreichen der Kapazitätsgrenzen der früheren Bauaushubdeponie „Verwall“, musste jeder zu deponierende Kubikmeter Bodenaushub talauswärts – vielfach bis nach Zams transportiert werden. Ein hoher Bedarf nach einer Ersatzlösung in der Gemeinde St. Anton war gegeben und wurde von Jahr zu Jahr dringender. Das Bauamt der Gemeinde ergriff die Initiative. Nach einer mehrmonatigen Genehmigungs- und Einrichtungsphase kann die Deponie Maienwasen Anfang Mai ihren Betrieb aufnehmen. Das Lagervolumen beläuft sich auf rund 250.000 Tonnen, die abfallrechtliche Genehmigung wurde auf 20 Jahre erteilt, wobei nach aktuellen Prognosen das Lagervolumen vermutlich wesentlich früher erreicht werden wird.

Alte Deponie war voll

„Mit dem Büro Dietmar Gstrein wurde das notwendige Einreichprojekt erarbeitet“, informiert DI Michael Rainer vom Bauamt der Gemeinde St. Anton über das in Kürze fertig gestellte Projekt der Bauaushubdeponie Maienwasen. Zusätzlich wurde das Ingenieurbüro für angewandte Geologie, Winklehner Geo Konsulenten, hinzugezogen. Nach der Einreichung des Projektes erfolgte eine Vorprüfung durch die Behörde, deren Gutachten ergab die Forderung zweier zusätzlicher Gutachten – einem Ornithologischen sowie einem Bodenmechanischen. „Daraus resultierte der verspätete Baubeginn“, so DI Rainer.
Geplant gewesen wäre ursprünglich ein Baubeginn gegen Ende des Vorjahres – dieser musste aufgrund der Nachforderungen auf April 2016 verschoben werden. „Die frühere Deponie im Verwall war voll, nachdem diese zwanzig Jahre in Betrieb war“, informierte Bürgermeister Helmut Mall. Im Vorjahr verfügte die Gemeinde St. Anton daher über keine eigene Deponie - während der letzten Bausaison musste das Bauaushubmaterial in die Nachbarorte gebracht werden. Nach Vorliegen des aller behördlichen Genehmigungen wurde seitens der Gemeinde die EWA mit deren Umsetzung und Betrieb der neuen Deponie „Maienwasen“ beauftragt. „Mit der neuen Deponie ersparen wir uns bis zu 1 Million LKW-Fahrkilometer“, berichten die Projektinsider über einen sehr erfreulichen umweltfreundlichen Aspekt der neuen gemeindeeigenen Deponie.

250.000 Tonnen Deponievolumen

„Aufgrund der Witterungsverhältnisse verspätet sich die Fertigstellung um einige Tage“ und „Die Rodungsarbeiten konnten wegen des Schneefalles auch erst ein bis zwei Wochen später erfolgen“, erklärt Norbert Pfeifer, Zuständiger für die Bauaushubdeponie der EWA St. Anton. „Wir rechnen damit, die Deponie in Kalenderwoche 18 oder 19 in Betrieb nehmen zu können“, so Pfeifer über die baldige Inbetriebnahme. Für einen reibungslosen Ablauf empfiehlt Pfeifer Bauherren bzw. Baufirmen bereits vor Baubeginn Kontakt mit den Energie- und Wirtschaftsbetrieben der Gemeinde St. Anton hinsichtlich der Anlieferung des Bodenaushubs aufzunehmen (Mengen, Zeiten). Weiters informiert er, sei behördlich vor der ersten Materialübernahme eine Bodencharakterisierung des zu deponieren beabsichtigten Materials vorgeschrieben. Das Lagervolumen der Deponie beläuft sich auf rund 250.000 Tonnen – die behördliche Genehmigung wurde auf 20 Jahre erteilt. „Die Kapazitäten werden jedoch in ca. 10 bis12 Jahren erreicht sein“, so die Prognosen.

Keine Belastungen für Wohngebiet

„Die Deponie wird während der Bausaison zu fixen Zeiten oder bei Bedarf und auf vorherige Absprache (zB bei privaten Kleinstmengen) auch unabhängig dieser Zeiten geöffnet sein “, informiert der EWA-Geschäftsführer Karl Schobel. Da die Deponie außerhalb des Wohngebietes von St. Anton errichtet wurde, resultieren aus dem Deponiebetrieb nur äußerst geringe Belästigungen. Eine weitere behördliche Vorgabe war die Errichtung eines „Linkabbiegers“ an der Arlbergstraße. Dadurch werden Lärm- und Staubbelästigungen im Erholungsgebiet des Verwalls minimiert.
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