17.03.2016, 14:10 Uhr

Lernen soll Freude machen

Gerald Hüther kam auf Einladung von PSI Bernhard Frischmann nach Landeck.
LANDECK (jota). Der Schlüssel zu erfolgreichem Lernen ist die Freude und der Spaß, den man daran hat. Babys haben diese positive Grundeigenschaft noch, später "vergeht einem oft das Lachen", und das in der Schule.
Diese Erkenntnis brachte Univ. Prof. Dr. Gerald Hüther, Hirnforscher und Neurobiologe, bei seinem Vortrag "Lernen mit Herz, Hirn, Hand und Humor" auf den Punkt. Man kann ein Leben lang lernen, auch noch mit 85 Jahren Chinesisch, vorausgesetzt man hat Spaß daran.
"Kinder bis zu drei Jahre empfinden sich als Subjekt, werden aber oft zum Objekt gemacht", so Hüther, der auf Einladung von PSI Bernhard Frischmann in der Bildungsregion Landeck zu Gast war und vor 550 Interessierten sprach.
"Es dürfte nicht passieren, dass Kindern die Lust am eigenen Entdecken, Gestalten und Lernen verloren geht", betonte der Neurobiologe. Eine Rolle spielt auch das Elternhaus bzw. das soziale Umfeld der Kinder. Das ganze Potenzial eines Menschen sei nie entfaltbar, die Beziehungserfahrung sei wesentlich. "Jedes Kind ist bei der Geburt hochbegabt!" resümierte Hüther.
Die Vernetzungen im Gehirn hören nie auf, aber "Lernen müsse im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen". Die Freude und Begeisterung, wenn man etwas entdeckt hat, bedeuten, dass man sich das auch merken kann. Kleine Kinder haben diese Begeisterung noch.
So sollten speziell Lehrer den Blick auf die Schüler werfen, wie es ihnen gehe, damit Lernprozesse gelingen könnten. Man sollte nicht für die Kinder "etwas wollen", sondern ihnen Möglichkeiten geben, selbst aktiv zu werden, zu forschen, zu untersuchen, zu entwickeln.
Menschen bräuchten, um sich weiterzuentwickeln, co-kreative Gemeinschaften. Das bedeute kein Konkurrenzdenken, sondern das eigene Wissen so zu teilen, dass es für jeden zur Verfügung stehe. "Auch Schulen könnten solche Gemeinschaften bilden, vorausgesetzt sie fangen damit an", erklärte Hüther. Wenn man gesehen wird, wenn einem etwas zugetraut wird, dann verliert man nicht die Lust am Lernen.
Wenn Schüler sich selber Lernstoff aneignen und im Team nach Neuem suchen können, kann jeder über sich hinauswachsen.
"Man kann das eigene Gehirn jederzeit zum Positiven ändern", so eine Schlussbotschaft von Hüther.
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