24.04.2016, 17:05 Uhr

Bundespräsidenten-Wahl: Ergebnisse in Landeck

Am 24. April 2016 findet die Bundespräsidenten-Wahl statt. (Foto: MEV Verlag GmbH/Kitting)
LANDECK (otko). Die Wahl ist geschlagen. Hier erfahren Sie laufend die aktuellen Ergebnisse im Erscheinungsgebiet der BEZIRKSBLÄTTER Landeck. Die Bürgerinnen und Bürger der 30 Gemeinden haben sich für eine oder einen der sechs Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten entschieden. Wir dürfen gespannt sein.

Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung im Bezirk Landeck lag mit 49,89 knapp unter der Hälfte. Mit den Wahlkarten dürfte die Wahlbeteiligung noch deutlich über 50 Prozent steigen.
Die Gemeinde mit der geringsten Wahlbeteiligung im Bezirk Landeck war Tösens 33,45 Prozent, gefolgt von Serfaus mit 40 Prozent, Ladis mit 42,48 Prozent und Fiss mit 42,57 Prozent.
Die höchste Wahlbeteiligung verzeichnete die Gemeinde Kaunerberg mit 63,32 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Pians mit 62,70 Prozent, Galtür mit 61,57 Prozent, Fendels mit 56,78 Prozent und Schönwies mit 53,59 Prozent.


DAS ERSTE ERGEBNIS: Hofer vorne

Das vorläufige Endergbnis (ohne Wahlkarten) zeigt, dass der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer 31,58 Prozent über den Bezirk Landeckgespannt erreicht hat und damit eindeutig am meisten Stimmen erhalten hat.

Mit 25,49 Prozent ist der grüne Kandidat Alexander van der Bellen an zweiter Stelle im Bezirk. Dahinter ist ÖVP-Kandidat Andreas Kohl mit 17,46 Prozent angesiedelt. Nur knapp gefolgt von der unabhängigen Kandidatin Irmgard Griss mit 17,34 Prozent. Bereits weit angeschlagen sind SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer mit 5,91 Prozent und Schlusslicht Richard Lugner mit 2,22 Prozent.

Außergewöhnliche Ergebnisse

In der sonst traditionell schwarzen Hochburg Spiss erreicht FPÖ-Kandidat Norbert Hofer mit 51,35 Prozent das beste Ergebnis im Bezirk Landeck. Auch in Ischgl mit 42,27 Prozent und Kappl mit 41,61 Prozent schneidet der FPÖ-Kandidat stark ab. In insgesamt 19 von 30 Gemeinden liegt Hofer bei den Stimmen an erster Stelle. Das schlechteste Ergebnis gab es für Hofer in der Gemeinde Kaunertal mit 12,98 Prozent.

Alexander van der Bellen holt in seiner Heimatgemeinde Kaunertal mit 60 Prozent das beste Ergebnis. Über 40 Prozent erreicht er auch in Kauns (42,60 Prozent). Generell stark schnitt er im Oberen Gericht sowie in St. Anton am Arlberg, in Stanz bei Landeck und in Zams ab. In insgesamt zehn von 30 Gemeinden lag Alexander van der Bellen auf Platz eins.

Die unabhängige Kandidatin Irmgard Griss holte in St. Anton am Arlberg mit 24,66 Prozent das beste Ergebnis im Bezirk Landeck. Weitere Griss-Hochburgen waren auch Stanz bei Landeck (23,75 Prozent), Zams (21,92 Prozent), Pettneu (21,39 Prozent) und Ischgl (20,23 Prozent). In Kaunerberg holte Griss lediglich 6,16 Prozent bzw. in Kaunertal 8,07 Prozent.

ÖVP-Kandidat Andreas Kohl holte in Kaunerberg mit 37,67 Prozent nur knapp vor Alexander van der Bellen (36,30 Prozent) Platz eins. In Spiss wählten 32,43 Prozent und in Kappl 29,00 Prozent Andreas Kohl. In Zams, der Heimatgemeinde von LH Günther Platter, landete der ÖVP-Kandidat mit 14,45 Prozent abgeschlagen auf dem 4. Platz.

Einen schweren Stand hatte auch SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer. In Fiss bekam er gare keine Stimme, sogar Richard Lugner erhielt dort sieben Wählerstimmen. Keine Stimme gab es auch in Spiss für ihn. In den traditionell roten Hochburgen Fließ bzw. Schönwies holte 8,03 Prozent bzw. 13,27 Prozent. In Strengen gab es 9,47 Prozent und in der Stadt Landeck 8,52 Prozent.

In Faggen, Kaunerberg und Spiss erhielt Richard Lugner keine Wählerstimme. Das beste Ergebnis erreichte Lugner im Bezirk Landeck in Fendels mit 7,34 Prozent gefolgt von Ladis mit 5,11 Prozent.


Stellungnahmen

Erfreut über das Ergebnis zeigt sich FPÖ-Bezirksparteiobmann Mathias Venier: "Auch der Bezirk Landeck hat sich mit einigen grünen Ausreißern ganz klar für Norbert Hofer entschieden. Ich bin sehr stolz und zuversichtlich, dass es auch im zweiten Wahlgang eine bürgerliche Mehrheit geben wird. Die relativ starken Ergebnisse sind für mich nicht überraschend, da in den Tourismusgemeinden eine große Verdrossenheit gegenüber der Politik der Regierung vorhanden ist."

„Das war eine Harte Partie! Ich hätte mir nicht gedacht, dass Norbert Hofer so deutlich vorne liegt.“ Elisabeth Pfurtscheller aus Reutte, sie vertritt die ÖVP im Wahlkreis Tiroler Oberland (Reutte, Imst, Landeck) ist betroffen: „Das ist ein Anstoß, sehr gut nachzudenken, was zu ändern ist.“ Dass ÖVP-Kandidat Andreas Kohl in den drei Oberländer Bezirken besser abgeschnitten hat, als im Tirol-Vergleich freut sie, „aber das reißt uns auch nicht heraus.“

"Die Bevölkerung hat die Gelegenheit genutzt ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck zu bringen. Die Gründe dafür sind vielfältig, wie zum Beispiel das Flüchtlingsthema und die Steuerreform. Das schlechte Ergebnis für die ÖVP ist jedenfalls nicht am Engagement des Spitzenkandidaten gelegen", so ÖVP-Bezirksparteiobmann LA Anton Mattle.

Der grüne Landtagsabgeordnete und Landecker Gemeinderat Ahmet Demir zeigt sich mit dem Ergebnis von Alexander van der Bellen hoch zufrieden: "Das Ergebnis im Bezirk Landeck ist sehr gut und ich bin über den Stichwahleinzug froh. Das Wahlergebnis interpretiere ich als Denkzettel für die Bundesregierung. Viele Leute haben Zukunftsängste. Bei der Stichwahl geht es jetzt aber um den Bundespräsidenten und ich bin optimistisch, dass die Wähler mehrheitlich zu Van der Bellen tendieren."

Für Bundesrat und SPÖ-Bezirksparteiobmann Hans-Peter Bock ist das Ergebnis schlicht eine Katastrophe: "Die Leute sind bei Wahlen beweglicher geworden. Immerhin liegen wir liegt die SPÖ im Bezirk Landeck über dem Tirol-Schnitt. Die Bedenken der Bevölkerung müssen künftig mehr Ernst genommen werden."


Hier geht's zum Ergebnis in Tirol und in den Bezirken.

Hier finden Sie das österreichweite Ergebnis der Bundespräsidentenwahl.

Angezeigt wird der tatsächliche Auszählungsstand, nicht die Hochrechnung.

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