10.08.2016, 11:33 Uhr

„Freibäder sind Luxusgut“

An Spitzentagen zählt das Freibad in Pöttsching zwischen 1.300 und 1.500 Besucher aus Nah und Fern.

Bundesweit können sich immer mehr Gemeinden den Erhalt ihrer Freibäder nicht mehr leisten.

BEZIRK. Im Bezirk leisten sich mit Mattersburg, Bad Sauerbrunn, Pöttsching, Schattendorf, Sigleß und Loipersbach noch sechs Gemeinden den Betrieb von Schwimmbädern, obwohl die laufenden Betriebskosten die Einnahmen bei weitem überschreiten.

30.000 Euro jährlich

Trotz des wettermäßig eher durchwachsenen Sommers ist man im Mattersburger Freibad nicht unzufrieden. „ Wir haben heuer ca. 25 Prozent weniger Besucherinnen als im Vorjahr wo das Wetter viel besser war,“ so eine Kassierin.
„Ein Freibad ist immer ein Verlustgeschäft, als Bezirkshauptstadt mus man sich eine solche Einrichtung als Service für die BürgerInnen aber leisten“, so Bgm. Ingrid Salamon. Alleine für die Instandhaltung der Anlagen werden jährlich ca. 30.000 Euro aufgewendet.

„Wird gut angenommen“

„Seit der Generalsanierung im Jahr 2010 zählen wir auch in schlechten Jahren mehr Gäste als jemals zuvor, denn das umfangreiche Freizeitangebot wird von Kindern, Jugendlichen und Familien sehr gut angenommen“, zeigt sich Pöttschings Bürgermeister Herbert Gelbmann sehr zufrieden, räumt jedoch ein, dass der Betrieb eines Schwimmbades für Gemeinden immer defizitär ist.

Hohe Unterhaltskosten

Schattensdorfs Bürgermeister Johann Lotter sieht das Schwimmbad in seiner Gemeinde als tolle Freizeiteinrichtung für die Ortsbevölkerung und als touristisches Zuckerl für die Gäste.
„Es läuft zwar ganz gut, dennoch stehen jährlichen Ausgaben von rund 90.000 Euro lediglich 30.000 bis 40.000 Euro an Einnahmen gegenüber. Sollten in den nächsten Jahren größere Sanierungsmaßnahmen anstehen werden wir uns überlegen, ob diese auch noch finanzierbar sind“, schränkt Lotter ein.

„Das ist es uns einfach wert“

Josef Kutrovatz, Bürgermeister der Gemeinde Sigleß ist stolz und glücklich ein eigenes Schwimmbad in der Gemeinde zu haben und möchte dieses auch so lange es geht in Betrieb halten.
„Wir investieren laufend in die Infrastuktur der Freizeitanlage um sie für unsere BürgerInnen noch attraktiver zu gestalten. Natürlich übersteigen die laufenden Kosten die Einnahmen, aber das ist es uns wert“, so der Ortschef.

„Gewinn ist nicht möglich“

Bad Sauerbrunns Ortschef Gerhard Hutter kann sich einen Kurort ohne eigenes Schwimmbad nicht vorstellen, obwohl er den Erhalt als puren Luxus bezeichnet. „Natürlich ist damit kein Gewinn zu erzielen, wir können jedoch durch viel Eigenleistung, vor allem durch unseren Bademeister Rudi Sagmeister, den finanziellen Abgang in einem überschaubarem Rahmen halten“, so Hutter.

In Wohlfühloase investieren

„Da das Schwimmbad als Wohlfühloase sowohl bei Jung als auch Alt sehr gut angenommen wird, ist es für uns undenkbar diesen sommerlichen Treffpunkt aus Kostengründen zu schließen“, versichert Bürgermeister Erhard Aminger.
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