21.03.2016, 15:56 Uhr

Bezirk Melk: "Hilfe, ich brauche dein Geld"

Revierinspektor Maximilian Schernhammer gibt Tipps zum Schutz im Internet.

Maximilian Schernhammer erklärt, auf was man im Internet achten muss und wie man sich schützt.

PÖCHLARN. "Hallo Franz, ich bin gerade auf Urlaub in Italien. Leider ist meine Kreditkarte gesperrt. Ich bräuchte bitte 1.000 Euro von dir, dass ich wieder heimkomme", so –natürlich mit Rechtschreibfehlern – oder eine ähnliche E-Mail mit offenen Rechnungen werden Sie wahrscheinlich schon mal bekommen haben.

Schadenssoftware

"Sie schauen täuschend echt aus, haben aber bei der Öffnung des Dokuments eine fatale Auswirkung", sagt der Internet-Experte Maximilian Schernhammer von der Polizeidirektion Pöchlarn. Ein Virus, der Zugang für Hacker, oder die "Räumung" ihres Bankkontos können bei unzureichender Überprüfung der digitalen Post schneller passieren, als Sie glauben.

Geldwäsche

"Es kann auch passieren, dass Sie sich der Geldwäsche schuldig machen", erklärt der Polizist. Dies fängt mit einer harmlosen Mail an, wo man ein Angebot bekommt, leicht sein Geld von zu Hause aus zu verdienen.

Dann geht es los: Die Kriminellen verlangen, dass man ein Bankkonto eröffnet oder sein eigenes Bankkonto zur Verfügung stellt. Auf das gehen dann regelmäßig Geldbeträge ein, die das geköderte Opfer per Bargeldtransfer, wie Western Union, auf ein anderes Konto weiterleiten soll. "Wir schicken auf dein Bankkonto 2.000 bis 8.000 Euro", heißt es etwa in einer E-Mail, die sich zurzeit im Umlauf befindet. 80 Prozent des Geldes soll man abheben und transferieren. 20 Prozent soll man behalten.

"Falls du alles richtig ausgeführt hast, bekommst du den nächsten Auftrag", heißt es weiter. "Man würde auch nicht gleich draufkommen, dass dies eine Betrugsfirma ist, denn deren Internetauftritt ist bis ins letzte Detail geplant", erzählt Schernhammer.

Love und Datingcams

Ein weiteres Mittel des Internetbetrugs ist Erpressung über Datingcams. Hier wird das leichtgläubige Opfer via Datingseite umgarnt und aufgefordert ein gewagtes Foto von sich zu machen. "Wenig später bekommt man eine Mail, wo man aufgefordert wird einen bestimmten Betrag zu überweisen oder das Foto wird veröffentlicht", erklärt der Revierinspektor.

Selbstschutz ist wichtig

Dies sind aber nur ein paar der Kriminalfälle die im Internet auftauchen. Um solche Sachen zu vermeiden, gibt Maximilian Schernhammer noch einige Tipps bezüglich solcher Szenarien: "Das Passwort soll Groß- und Kleinschreibung, Sonderzeichen und Zahlen beinhalten. Am besten wäre eine Eselsbrücke wie 'Eine alte dumme Gans holt 80 Eier?'. Auf das Passwort umgeschrieben, heißt es dann: 'Eadgh80e?'. Und natürlich nicht überall das gleiche Passwort verwenden", gibt der Kriminalexperte einen ganz bedeutenden Tipp.

Wichtig ist auch immer misstrauisch zu sein und ein gekauftes Anti-Viren Programm zu installieren. "Wenn es aber doch zu einen Angriff kommen sollte, kann man sich jederzeit vertraulich an uns wenden", so Schernhammer.

ZUR SACHE

Die Top Fünf der schlechtesten Passwörter:
1. 123456
2. passwort
3. 12345678
4. qwertz
5. 12345
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