03.07.2016, 19:00 Uhr

Reges Hexentreiben im Unteren Saalachtal

Kräuterexpertinnen: Spitzenköchin Johanna Maier und TEH-Geschäftsführerin Karin Buchart.

Moderne Kräuterhexen nutzen altes Wissen. Bei einem Gipfeltreffen tauschten sie sich untereinander aus.

UNKEN. Früher gab's keinen Supermarkt um die Ecke und keinen Arzt wo man gratis behandelt wurde. Man musste mit dem auskommen was Wald und Wiesen hergaben. Über die Kräfte von Pflanzen Bescheid zu wissen, war überlebensnotwendig.

Traditionelles Wissen

"Ich bräuchte jetzt eine Meisterwurz, wenn man die kaut, geht die Arbeit wieder besser voran", meinte Karin Buchart, Geschäftsführerin des Vereins für traditionelle Europäische Heilkunde (TEH), nach dem ersten erfolgreichen Kräuterhexen-Gipfeltreffen. Dieses alte Wissen ist jetzt wieder sehr gefragt, wie auch der Ansturm zu der Veranstaltung zeigte. Der Schwerpunkt des Gipfels, zu dem TEH und Salzburger Land Tourismus (SLT) gemeinsam geladen haben, lag in der Verwendung von Kräutern im touristischen Bereich.


Vom Lehrling zur Referentin

Als Referentin berichtete unter anderem Spitzenköchin Johanna Maier aus Filzmoos über Kräuter in ihrer Küche und gab dem Publikum zahlreiche wertvolle Tipps aus ihrer Praxis. "Letztes Jahr war ich hier selber noch ein Lehrling, und heute stehe ich als Vortragende da, das ist mir eine Ehre", freute sich die Absolventin der TEH-Akademie. Angelikawurzel darf in ihrer Küche nie fehlen und ihre Köche müssen jeden Tag auf die Wiese gehen. Dort bedienen sie sich an den Geschenken der Natur, wie Schafgarbe, Löwenzahn, Girsch usw. Aus Brennessln braut Johanna Maier einen Powerdrink, den sie zum Verkosten für die Teilnehmer mitgebracht hatte. (Anm. der Red: Der Drink schmeckte sensationell gut.)

Kräuter in die Schulen

Der einstimmige Tenor aller Anwesenden (darunter übrigens auch Männer, die herzlich willkommen waren) im Publikum und unter den Referenten lautete: Kräuterkunde gehört in den Schulen unterrichtet. Was daheim nicht mehr weitergegeben wird, weil sich in den Familien die Lebensumstände geändert haben, soll in den Schulen vermittelt werden. Die HBLW Saalfelden ist bereits eine TEH-zertifizierte Schule. Die Schülerinnen der vierten Klasse haben ihre Kenntnisse eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sie waren für das Buffet verantwortlich und kredenzten Köstlichkeiten wie "Tartelettes mit Lavendelblütencreme"
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