05.05.2016, 14:00 Uhr

"Smombies" keine Chance geben

Gefährlich: Schon oft musste Stephanie Öller befreundete "Smartphone Zombies" auf Autos hinweisen.

Bodenampeln: Die einen finden’s sinnvoll, die anderen verrückt

REGION PRESSBAUM (bt). Die Generation Y gilt als große Herausforderung die mit neuen Wertesystemen, Wünschen und Vorstellungen heranwächst. Wie die Millennials wirklich ticken, untersuchte der Jugend-Trendmonitor, Österreichs größte Jugendstudie. 1.763 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 29 Jahren wurden dabei zu ihrem Tagesablauf befragt.

"Bompeln" gegen Unfälle

Wie der Jugend-Trendmonitor zeigt werden durchschnittlich nur vier Telefonate pro Tag geführt, jedoch 53 Kurznachrichten versandt. Hier gilt: je jünger, desto fleißiger beim Tippen. Immer häufiger taucht in diesem Zusammenhang der Begriff "Smombie" auf. Die Zusammensetzung aus Smartphone und Zombie beschreibt jemanden, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Handy starrt. Besonders gefährlich wird das im Straßenverkehr. Die Stadt Augsburg hat nun Bodenampeln, auch "Bompeln" genannt, installiert, um zu testen, ob Unfälle so vermieden werden können. Die eingelassenen LEDs sollen für Richtung Handy und somit auf den Boden Starrende schwerer zu übersehen sein.

"Verrückte Idee"

Sinnvoll findet's Stephanie Öller, Schülerin der HLW Pressbaum: "Mir ist das schon öfters passiert, dass eine Freundin fast in ein Auto oder eine Straßenbahn glaufen wäre." "Smombies" gibt's also tatsächlich, auch bei uns. Auch in den Schulgängen kanns schon mal zu Zusammenstößen kommen. "Ich war am Handy und habe meine Freundin fast übersehen, die vor mir stehen geblieben ist", lacht Stephanie.
BAKIP Direktorin Claudia Rampitsch hält das Projekt für verrückt: "Dann gibt man dem ja nach und es wird noch ärger", erklärt sie. Den Eindruck, dass ihre Schüler nur noch am Handy hängen, hat sie nicht.

Keine Rebellengeneration

„Der große Aufruhr um die Generation Y in den Medien scheint übertrieben: Wir sehen eine Generation, die bewusst mit ihrer Zeit umgeht und weitgehend zufrieden ist. Die jungen Erwachsenen und Jugendlichen sind keine Rebellengeneration, sondern haben sich mit dem System und seinen Mechanismen angefreundet", so Studienautor Thomas Schwabl. Rebellen? Davon will auch Stephanie Öller nichts wissen. "Wir sind nicht rebellisch, eher die Schule steht im Mittelpunkt", klärt sie auf. Claudia Rampitsch wünscht sich oft mehr Rebellion von ihren Jugendlichen, denn sie lassen sich häufig schnell etwas aufdrücken und bevorzugen den Weg des geringsten Widerstandes. "Ich möchte gerne junge Menschen mit Selbstbewusstsein haben. Die sollen ihren Willen haben und Grenzen ausloten, das ist oft in Form von Rebellion." Erwachsene müssen sich der Diskussion stellen und nicht "autoritär darüberfahren".

Zur Sache:

Generation Y werden jene genannt, die im Zeitraum von 1980 bis 1999 geboren wurden. Der Buchstabe Y wird englisch als why also warum ausgesprochen, was auf das charakteristische Hinterfragen der Generation verweisen soll. Auch die Bezeichnung Millennials, also Jahrtausender, hat sich durchgesetzt.
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