17.03.2016, 08:06 Uhr

Vom Wasser geformte Kunst

Franz Spielmann steht im "Tor nach Osten" - eine Installation in seinem Garten.

Franz Spielmann stellt Kunstobjekte im chaotischen Sysytem aus Treibholz her.

„Ein richtiges Künstlerhaus,“ meint Franz Spielmann stolz zu seinem gemütlichen Zuhause. Schon beim Eintreten fällt dem Besucher das Besondere auf. Angefangen von den Fußbodenmosaiken, die der Künstler selbst gelegt hat, bis hin zu den Hauptakteuren an den Wänden und Decken – den Treibholzobjekten. Keine reinen Kunstobjekte, sondern kunstvolle Gebrauchsgegenstände.

Jedes Stück ist anders

Franz Spielmann stellt die außergewöhnlichen Objekte in Handarbeit aus von ihm gesammelten Treibholzstücken her. Die Stücke findet er auf Wanderungen an den Gewässern in der ganzen Region. „Jedes Gewässer gibt dem Holz einen anderen Charakter. Hölzer aus dem Lech sehen ganz anders aus, als die aus einem kleinen Bach, oder etwa einem See,“ erklärt Spielmann. Für den Winter hat er immer einen Vorrat im Haus.
Die gesammelten Hölzer ordnet der Künstler auf seinen Objekten dann genau so wild und unkontrolliert an, wie er Sie gefunden hat. „Das ist das chaotische System,“ meint er dazu.
Durch die lange Zeit im Wasser hat das Holz dabei auch eine besondere Eigenschaft: es kann in Feuchträumen genutzt werden. So eignet es sich gut für Bäder, Saunen, Wellnessbereiche und ähnliches.

Viele Berufe

Doch nicht nur Holz wird verwendet. Steine, Leder Fell und andere Naturmaterialien sind weitere Arbeitsmaterialien. Getragen werden die Holzobjekte von Metallträgern, die Spielmann selbst schweißt – gelernt hat er das in einem der vielen Berufe, die er bisher in seinem Leben schon hatte. Gelernt hat er sein Handwerk in der Schnitzschule in Elbigenalp, jedoch konnte er nicht von Anfang an als Künstler arbeiten. „Früher wurden Schnitzobjekte in Massen mit dem Fräser hergestellt. Das war der Untergang für die Schnitzer,“ erzählt der Künstler.
Auch heute ist das nicht sein einziger Job. Trotzdem bedeutet er ihm viel. „Die Arbeit macht Spaß. Und ich bin gerne in der Natur unterwegs.“
Die Lampen, Spiegel, Regale und Rahmen sind zumeist Auftragsarbeiten. Bekannt wurden die Arbeiten vorwiegend durch Mundpropaganda.

Krampusmasken

Doch Spielmann stellt nicht nur außergewöhnliche Objekte her. Vor einigen Jahren rief er mit seinen selbstgeschnitzten Krampusmasken die ersten Umzüge in Tannheim ins Leben. Noch heute verkauft er die schaurigen Masken an die Teilnehmer.
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